Aromen bei Histaminintoleranz

Aromen bei Histaminintoleranz

Stell dir vor, du kommst nach Hause, räumst Einkäufe aus und stellst dich ans Kochen: Du greifst nach frischem Gemüse und riechst den Duft von Möhren und Kohl – köstlich und appetitanregend. Aber warum riecht dein Essen überhaupt so intensiv? Oft sind das natürliche Aromen aus den Lebensmitteln selbst, die deinen Appetit anregen. Manchmal aber stecken auch künstlich hinzugefügte Aromastoffe dahinter.

Was sind Aromastoffe überhaupt?

Unter Aromastoffen versteht man Zusätze, die Lebensmitteln Geschmack und Geruch verleihen. Wenn auf einem Teebeutel „Weihnachtstee“ steht und nach Zimt schmeckt oder die Chips ganz nach Currywurst duften – das sind Aromen im Einsatz. Aromastoffe werden eingesetzt, damit Speisen einen bestimmten Geruch oder Geschmack bekommen oder einen vorhandenen Geschmack verstärken. Hersteller können so ihren Produkten einen immer gleichbleibenden und typischen Geschmack geben, auch wenn die echten Zutaten vielleicht mal knapp sind oder im Preis schwanken. Ein Beispiel dafür ist Ethylvanillin - ein künstlicher Aromastoff, der wie Vanille schmeckt. Dadurch kann man Vanillegeschmack in Joghurt und Gebäck zaubern, ohne echte Vanilleschoten zu verwenden. Prinzipiell gilt: Hat man die chemische Struktur eines natürlichen Aromastoffs erkannt, kann man ihn im Labor nachbauen. So ist nicht jedes Aroma wirklich aus der Frucht oder Pflanze entnommen, nach der es schmeckt.

Welche Arten von Aromen gibt es?

Lebensmittelhersteller dürfen in der EU nur zugelassene Aromastoffe verwenden. Für Verbraucher ist vor allem wichtig, wie Aromen auf der Zutatenliste bezeichnet werden:

  • Aroma

    Diese Angabe sagt zunächst nur, dass ein Aroma zugesetzt wurde.

  • Natürliches Aroma

    Dieses Aroma muss aus natürlichen Ausgangsstoffen gewonnen worden sein. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es aus genau dem Lebensmittel stammt, nach dem es schmeckt.

  • Natürliches X-Aroma

    Steht auf der Verpackung zum Beispiel „natürliches Apfelaroma“, muss der überwiegende Teil des Aromas aus Apfel stammen.

  • Aromaextrakte

    Das sind komplexe Gemische, die z.B. durch physikalische oder enzymatische Verfahren aus Lebensmitteln gewonnen werden. Bei einem Fruchtextrakt wird zum Beispiel mit Wasser oder Alkohol den Früchten das Aroma entzogen. Ein Erdbeerextrakt etwa enthält das volle Spektrum des Erdbeergeschmacks, weil er per Lösemittel aus echten Erdbeeren gewonnen wurde.

Warum setzen Hersteller Aromen zu?

Aromastoffe werden Lebensmitteln nicht einfach wahllos zugesetzt, sondern erfüllen ganz bestimmte Aufgaben. Sie sorgen zum Beispiel für mehr Geschmacksvielfalt. Dank Aromen sind besondere Geschmacksrichtungen möglich, wie etwa Joghurt mit Käsekuchen-Geschmack oder ein Tee, der nach Bratapfel duftet. Ohne zugesetzte Aromen wäre es sehr schwierig, solche speziellen und gleichbleibenden Geschmäcker herzustellen.

Ein weiterer wichtiger Grund ist nämlich der gleichbleibende Geschmack. Aromen helfen dabei, dass ein Produkt immer gleich schmeckt – unabhängig davon, ob gerade Saison ist oder woher die Zutaten stammen. So kannst du sicher sein, dass deine Lieblingspizza oder dein gewohntes Müsli jedes Mal vertraut schmeckt.

Außerdem werden Aromen oft eingesetzt, um teure oder nur saisonal verfügbare Rohstoffe zu ersetzen. Frische Früchte oder Vanilleschoten sind kostspielig und nicht das ganze Jahr über erhältlich. Künstliche Aromen wie Kirscharoma oder Ethylvanillin sind dagegen günstiger und jederzeit verfügbar. Dadurch können Lebensmittel preiswerter und trotzdem geschmacklich ansprechend hergestellt werden.

Sind Aromastoffe ungesund?

Wenn du Produkte mit langen Zutatenlisten siehst, kann dir vielleicht mulmig werden.
Sind all diese chemisch klingenden Namen gefährlich? Laut Experten sind die in Deutschland verwendeten Aromen sicher. Ehe ein Aromastoff überhaupt in der EU eingesetzt werden darf, prüft die European Food Safety Authority (EFSA) seine Unbedenklichkeit. Nur wer diese Prüfung besteht, bekommt eine Zulassung. Das heißt: Zugelassene Aromastoffe sind per Definition nicht gesundheitsschädlich. Allerdings gibt es ein paar Dinge zu bedenken: Wer ständig aromatisierte Fertigprodukte isst, kann sich so an intensive Geschmäcker gewöhnen. Dann kann es sein, dass dir natürliche Lebensmittel plötzlich fade vorkommen. Allergien oder Unverträglichkeiten gegen Aromen selbst sind eher selten. Häufiger problematisch können andere Zusatzstoffe sein, die beim Aromastoff im Produkt enthalten sind. Oft nutzen Hersteller sogenannte Trägerstoffe oder Lösungsmittel – zum Beispiel Milchzucker – um Aromen zu verarbeiten. Menschen mit einer Laktose-Unverträglichkeit könnten auf so etwas reagieren: Durchfall oder Übelkeit sind da typische Symptome. Das heißt: Ist in einem Produkt „Aroma“ angegeben, können neben dem eigentlichen Aromastoff auch solche Träger drin sein. Und bei einer Histaminintoleranz sind Aromen auch so eine Sache…

Aromen und Histaminintoleranz

Jetzt weißt du schon mal viel über Aromen. Doch wie hängen diese Zusatzstoffe mit Histaminintoleranz zusammen? Bei einer Histaminintoleranz kann dein Körper Histamin aus Lebensmitteln nur schlecht abbauen. Aromen selbst enthalten normalerweise kein Histamin, aber es gibt einen Zusammenhang: Viele Aromen (und auch andere Zusatzstoffe) stecken in stark verarbeiteten Lebensmitteln, und dort tauchen oft weitere potentiell problematische Stoffe auf. Und stark verarbeitete Lebensmittel können neben Aromen auch weitere Bestandteile enthalten, die bei einer Histaminintoleranz individuell schlechter vertragen werden. Entscheidend ist dabei meist nicht das Aroma allein, sondern das gesamte Produkt mit seiner Verarbeitung, Lagerung und Zusammensetzung. Viele Betroffene kommen im Alltag deshalb mit frischen, möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln besser zurecht. Praktische Tipps für den Einkauf bei Histaminintoleranz lauten dementsprechend: Greife so oft wie möglich zu frischen, naturbelassenen Zutaten. Frische und unbehandelte Lebensmittel enthalten in der Regel nur ihr eigenes, natürliches Aroma und sind oft leichter einzuschätzen, weil sie eben nicht lange verarbeitet und gelagert wurden. Achte auch auf Bio-Qualität – so reduzierst du weitere Belastungen durch Pestizide oder Antibiotika.

Deshalb sind alle Histaminikus Produkte biologisch und kommen bewusst ohne Aromastoffe aus. Wir setzen ausschließlich auf die natürlichen Eigenschaften der verwendeten Rohstoffe – ohne künstliche oder zugesetzte Geschmacksverstärker. Da es sich um ein reines Naturprodukt handelt, kann der Geschmack je nach Charge leicht variieren. Diese natürlichen Unterschiede sind ganz normal und ein Zeichen dafür, dass keine standardisierenden Aromastoffe eingesetzt werden. So bleibt das Produkt so ursprünglich wie möglich und besonders gut verträglich.

Bei allen anderen Produkten heißt es: Lebensmittelzutatenliste lesen! Achtest du auf möglichst übersichtliche Zutatenlisten und wenig verarbeitete Produkte, greifst du eher zu Produkten, die wirklich nur das enthalten, was du kennen und vertragen kannst (zum Beispiel viel frisches Gemüse, Obst, unverarbeitetes Fleisch). Was für die Mehrheit der Menschen weniger problematisch ist, kann für Betroffene mit besonderer Empfindlichkeit unbequem sein. Aber auch für Personen ohne ernährungstechnische Einschränkungen empfiehlt es sich natürlich, lieber verarbeitete Lebensmittel zu meiden und frisch zu kochen.

Wie erkennst du Aromen auf der Zutatenliste?

Auf Verpackungen stehen Aromen nicht mit einer E-Nummer (die gelten nur für bestimmte andere Zusatzstoffe), sondern meist als „Aroma“ oder ähnlich. Zum Beispiel siehst du vielleicht „Himbeeraroma“ auf der Zutatenliste – das heißt einfach: Da wurde ein Aroma zugesetzt, das nach Himbeere schmeckt. Leider sagt der Begriff allein nicht, ob es ein natürliches oder künstliches Aroma ist. Bei „Himbeeraroma“ bleibt offen, ob echte Himbeeren verwendet wurden oder nicht. Wenn ein Aroma explizit als „natürlich“ gekennzeichnet ist, gelten strengere Regeln: Steht dort etwa „Natürliches Apfelaroma“, muss laut Gesetz mindestens 95 % des Aromastoffs wirklich aus Äpfeln stammen. Der Rest (bis 100 %) muss ebenfalls aus natürlichen Quellen kommen. Solche Angaben (oder „Extrakt“) helfen, zu verstehen, woher der Geschmack kommt. Beispielsweise durch einen „Erdbeerextrakt“ hat man eigentlich ein Aroma, das mit Alkohol oder Wasser aus Erdbeeren gewonnen wurde – es umfasst das volle Geschmacksprofil der Erdbeere.

Thomas und Michaela Zinser, Gründer von Histaminikus, sitzen lächelnd nebeneinander auf einer Steinstufe vor einer Backsteinmauer mit Blick auf eine Landschaft. Neben ihnen stehen mehrere Histaminikus-Produkte, darunter Gewürzdosen und Papiertüten.

VON BETROFFENEN FÜR BETROFFENE

Wir sind Thomas und Michaela Zinser, Gründer von Histaminikus.

Aufgrund der eigenen Histaminintoleranz von Michaela und unserem Sohn haben wir Histaminikus gegründet. Der Frust keine geeigneten histaminarmen Lebensmittel zu finden, hat uns angespornt, selbst histaminarme Lebensmittel zu entwickeln.
Wir möchten euch damit wieder ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Schaut euch gerne bei uns um.

Herzliche Grüße
Thomas und Michaela

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