Herbstliche Allergene: Ambrosia – warum die Pollenzeit HIT-Beschwerden verstärken kann

Herbstliche Allergene: Ambrosia – warum die Pollenzeit HIT-Beschwerden verstärken kann

Du hast deine Ernährung eigentlich gut im Griff. Du isst wie gewohnt, achtest auf deine persönlichen Trigger und trotzdem werden deine Beschwerden plötzlich wieder stärker.

Gerade im Spätsommer und Herbst fragen sich viele Betroffene dann:

„Was habe ich denn jetzt schon wieder nicht vertragen?“

Dabei liegt die Ursache manchmal gar nicht auf dem Teller.

Denn auch wenn viele denken, dass mit dem Sommer die Pollensaison vorbei ist, kann ein besonders starkes Allergen noch bis in den Herbst hinein Beschwerden verursachen: Ambrosia.

Und genau hier wird es auch für Menschen mit Histaminintoleranz interessant.

Ambrosia – ein starkes Allergen im Spätsommer und Herbst

Ambrosia, auch beifußblättriges Traubenkraut genannt, stammt ursprünglich aus Nordamerika und hat sich inzwischen auch in Deutschland verbreitet.

Ihre Pollen gelten als besonders allergen. Schon geringe Mengen können bei sensibilisierten Menschen Beschwerden auslösen. Die Hauptblütezeit liegt im Spätsommer und kann sich, abhängig von Region und Wetter, bis in den Herbst ziehen.

Das bedeutet: Während andere Pollen längst verschwunden sind, kann Ambrosia für manche Menschen noch einmal für eine erhöhte Belastung sorgen.

Typische Beschwerden durch Ambrosia-Pollen

Eine Allergie gegen Ambrosia-Pollen kann ähnliche Beschwerden hervorrufen wie andere Pollenallergien. Typisch sind häufiges Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase sowie juckende und tränende Augen. Auch Husten oder Beschwerden der Atemwege können auftreten.

Gerade im Herbst ist es manchmal gar nicht so leicht, eine Pollenallergie von einer Erkältung zu unterscheiden.

Allergie oder Erkältung?

Für eine Allergie sprechen eher häufige Niesattacken, eine laufende Nase, juckende oder tränende Augen und Beschwerden, die immer wieder zur gleichen Jahreszeit auftreten. Bei einer Erkältung kommen dagegen häufiger ein allgemeines Krankheitsgefühl, Hals- oder Gliederschmerzen und manchmal Fieber hinzu.

Ein weiterer Hinweis kann sein, dass sich allergische Beschwerden bessern, wenn der Kontakt mit dem Auslöser wegfällt. Auch Antihistaminika können allergische Beschwerden lindern, während sie bei einer Erkältung in der Regel nicht helfen.

Wenn du unsicher bist oder die Beschwerden regelmäßig wiederkehren, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.

Und auch hier gilt: Nicht jede laufende Nase oder andere stärkere Beschwerde bedeutet automatisch, dass du etwas nicht vertragen hast.

Wenn Pollen eine allergische Reaktion auslösen

Bei einer Pollenallergie reagiert das Immunsystem auf eigentlich harmlose Bestandteile von Pollen. Dabei werden unter anderem Mastzellen aktiviert, die Histamin freisetzen können.

Und genau dieses Histamin ist an vielen typischen Beschwerden einer Allergie beteiligt: Die Nase läuft oder ist verstopft, die Augen jucken und tränen, die Schleimhäute können anschwellen und auch die Atemwege können reagieren.

Für Menschen mit Histaminintoleranz ist dabei ein Punkt besonders interessant:

Histamin kommt nicht nur über die Nahrung ins Spiel. Bei einer allergischen Reaktion kann der Körper selbst Histamin freisetzen.

Das bedeutet nicht, dass eine Pollenallergie automatisch Histaminbeschwerden verursacht oder eine Histaminintoleranz verstärkt. Aber wenn beides zusammenkommt, kann es manchmal schwieriger sein, die eigenen Beschwerden einzuordnen.

Vielleicht hast du in der Pollensaison plötzlich mehr Symptome, obwohl du an deiner Ernährung gar nichts verändert hast. Dann lohnt es sich, auch die Pollenbelastung als möglichen Einflussfaktor mitzudenken.

Denn gerade bei Histaminintoleranz schauen wir verständlicherweise oft zuerst auf unseren Teller. Manchmal gibt es aber noch andere Dinge, die im Körper gerade eine Rolle spielen.

Allergie und Histaminintoleranz können zusammenkommen

Eine Pollenallergie und eine Histaminintoleranz sind zwei unterschiedliche Dinge. Bei der Pollenallergie reagiert das Immunsystem auf Pollen und kann dabei Histamin freisetzen. Bei einer Histaminintoleranz geht es dagegen um den Umgang des Körpers mit Histamin. Vereinfacht gesagt können Beschwerden damit zusammenhängen, dass die vorhandene Histaminmenge nicht ausreichend vertragen oder abgebaut werden kann.

Die beiden Phänomene sollten deshalb nicht miteinander gleichgesetzt werden.

Beides kann aber gleichzeitig vorkommen.

Und genau das kann es manchmal schwierig machen, Beschwerden richtig einzuordnen.

Wenn deine Symptome während der Pollensaison stärker werden, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass plötzlich ein Lebensmittel, das du bisher gut vertragen hast, zum Problem geworden ist.

Vielleicht hat sich an deiner Ernährung überhaupt nichts verändert, aber draußen ist gerade deutlich mehr los. Gerade bei Histaminintoleranz kann es deshalb hilfreich sein, nicht ausschließlich auf den Teller zu schauen, sondern auch saisonale Faktoren wie Pollen mit einzubeziehen.

Und manchmal spielen dabei nicht nur die Pollen selbst eine Rolle. Auch bestimmte Lebensmittel können bei einer Pollenallergie Beschwerden auslösen.

Kreuzreaktionen mit Lebensmitteln

Eine Ambrosia-Allergie kann in manchen Fällen auch mit einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie verbunden sein. Der Grund: Bestimmte Eiweißstrukturen in Pollen und Lebensmitteln können sich so ähnlich sein, dass das Immunsystem auf beide reagiert.

Bei einer Ambrosia- beziehungsweise Beifuß-Ambrosia-Sensibilisierung können unter anderem Sellerie, Karotten und bestimmte Gewürze Beschwerden auslösen. Auch Melone oder Banane werden als mögliche Kreuzreaktionen beschrieben. Typisch sind dabei Beschwerden wie Kribbeln, Jucken oder Brennen im Mund und an den Lippen, die meist unmittelbar beim Essen oder kurz danach auftreten. Besonders häufig betrifft das rohe Lebensmittel.

Wichtig: Eine solche Kreuzreaktion ist keine Histaminintoleranz. Und sie bedeutet auch nicht, dass du die genannten Lebensmittel vorsorglich aus deinem Speiseplan streichen solltest.

Wenn du immer wieder bemerkst, dass ein bestimmtes Lebensmittel während der Pollensaison solche Beschwerden auslöst, ist eine allergologische Abklärung sinnvoll. So lässt sich besser unterscheiden, ob tatsächlich eine pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie dahintersteckt.

Kleine Tipps für die Pollenzeit

Pollen lassen sich draußen natürlich nicht komplett vermeiden. Aber mit ein paar kleinen Gewohnheiten kannst du verhindern, dass du sie unnötig mit nach Hause nimmst und deine persönliche Belastung im Alltag vielleicht etwas reduzieren.

Gartencheck

Wenn du Ambrosia in deinem Garten entdeckst, solltest du die Pflanze möglichst noch vor der Blüte entfernen und dabei direkten Hautkontakt vermeiden.

Pollenflug im Blick behalten

Ein Blick auf die aktuelle Pollenbelastung in deiner Region kann helfen, deinen Alltag ein wenig besser darauf einzustellen.

Kleidung draußen lassen

Getragene Kleidung muss nicht mit ins Schlafzimmer. So gelangen weniger Pollen dorthin, wo du nachts zur Ruhe kommen möchtest.

Abends die Haare waschen

Besonders nach einem Tag draußen können sich Pollen in den Haaren sammeln. Abends die Haare zu waschen kann deshalb sinnvoll sein.

Clever lüften

Passe deine Lüftungszeiten möglichst an die aktuelle Pollenbelastung an und wirf bei Bedarf einen Blick auf die Pollenvorhersage.

Unterwegs

Bei hoher Pollenbelastung kann es helfen, die Autofenster während der Fahrt möglichst geschlossen zu halten.

Du musst deinen Alltag natürlich nicht komplett umstellen. Aber manchmal können schon kleine Veränderungen dabei helfen, die Pollenbelastung etwas zu reduzieren.

Wann solltest du Beschwerden ärztlich abklären lassen?

Wenn Beschwerden regelmäßig im Spätsommer oder Herbst auftreten oder besonders stark ausgeprägt sind, kann eine allergologische Abklärung sinnvoll sein.

Das gilt besonders bei:

  • anhaltendem oder wiederkehrendem Husten
  • starken Beschwerden an Augen und Nase
  • Atembeschwerden
  • Engegefühl in der Brust
  • Verdacht auf allergisches Asthma

Eine eindeutige Diagnose kann dir helfen, deine Beschwerden besser einzuordnen und verhindert gleichzeitig, dass du mögliche Ursachen vorschnell allein bei deiner Ernährung suchst.

Manchmal liegt die Ursache nicht auf dem Teller

Wenn Beschwerden plötzlich stärker werden, ist der erste Gedanke bei Histaminintoleranz oft:

„Was habe ich gegessen?“ Und natürlich kann die Ernährung eine wichtige Rolle spielen.

Aber nicht jede stärkere Reaktion bedeutet automatisch, dass du ein neues Lebensmittel nicht verträgst oder deine Ernährung noch weiter einschränken musst. Gerade während der Pollensaison lohnt es sich, den Blick etwas weiter zu öffnen.

Vielleicht ist es nicht das Essen, das sich verändert hat. Vielleicht ist es die Belastung von außen.

Ambrosia und andere Pollen zeigen, dass Histamin nicht nur auf unserem Teller eine Rolle spielt. Auch allergische Reaktionen können Prozesse im Körper auslösen, die Beschwerden verstärken können.

Manchmal hilft es deshalb, nicht noch genauer auf den Speiseplan zu schauen, sondern einfach einmal nach draußen.

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