Kümmel ist nicht gleich Kümmel
Schon mal im Rezept Kreuzkümmel gelesen, aber nur normalen Kümmel im Schrank gehabt? Oder eher umgekehrt? Dann bist du nicht allein – viele verwechseln die beiden Gewürze. Die Namen klingen ja auch ziemlich ähnlich. Man könnte meinen, Kreuzkümmel sei einfach eine Variante von Kümmel. Aber: Die beiden sind zwar irgendwo verwandt, haben aber ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen – und auch ihre Wirkung im Körper ist nicht identisch. Und dann gibt’s auch noch Schwarzkümmel… In Sachen Wirkung unterscheiden sich die ganzen Arten ebenso wie in der Verträglichkeit bei einer Histaminintoleranz. Was genau dahintersteckt, schauen wir uns nun näher an.
Unterschiede und Verträglichkeit
1. Echter Kümmel (Carum carvi)
Echter Kümmel wächst in unseren Breiten, seine dunkelbraunen Samen fallen klein und leicht gebogen ins Auge. Im Geschmack ist er mild, leicht süßlich und warm-würzig. In der Küche liebt man ihn klassisch in Brot, Kohlgerichten oder deftigen Eintöpfen.
Verträglichkeit: Laut SIGHI-Liste gilt echter Kümmel als gut verträglich bei Histaminintoleranz.
Wirkung: Die ätherischen Öle (vor allem Carvon) im Kümmel wirken krampflösend auf Magen und Darm, lindern Blähungen und unterstützen die Verdauung. Auch als Tee nach einer schweren Mahlzeit oder zur Beruhigung gereizter Verdauungsorgane ist Kümmel eine bewährte Hausmittel-Alternative.
2. Kreuzkümmel (Cuminum cyminum)
Obwohl der Name nahelegt, es handele sich um eine „Kümmel-Variante“, stammt Kreuzkümmel aus einer anderen Pflanzen-Gattung. Die hellbraunen, länglichen Samen haben ein intensives, erdig-herbes Aroma mit leichter Bitterkeit. Sie prägen orientalische Currys, indische Masalas und die Gewürzmischung für Chili con Carne.
Verträglichkeit: Auf der SIGHI-Liste wird Kreuzkümmel nicht als gut verträglich eingestuft und kann bei Histaminintoleranz Beschwerden auslösen. Betroffenen wird empfohlen, beim Kochen auf Alternativen auszuweichen.
3. Schwarzkümmel (Nigella sativa)
Auch wenn der Name es vermuten lässt: Schwarzkümmel hat mit den anderen beiden gar nichts zu tun. Er gehört nicht zu den Doldenblütlern, sondern zu den Hahnenfußgewächsen (Nigella sativa). Die kleinen, mattschwarzen Samen schmecken leicht nussig und scharf. Sie werden oft auf Fladenbrot gestreut oder in orientalischen Speisen verwendet. Auch als Öl findet Schwarzkümmel in der Naturheilkunde Anwendung.
Verträglichkeit: Schwarzkümmel steht auf der SIGHI-Liste ebenfalls als gut verträglich bei Histaminintoleranz.
Schwarzkümmelöl – altbewährtes Hausmittel mit umstrittener Wirkung
Schwarzkümmelöl hat eine lange Geschichte als Heilmittel – schon die alten Ägypter nutzten es, und auch im Islam genießt es hohes Ansehen. Das Öl stammt aus den Samen des echten Schwarzkümmels (Nigella sativa) und wird für verschiedenste Zwecke eingesetzt: von schöner Haut und Haaren bis hin zur Linderung von Heuschnupfen und Verdauungsproblemen. Doch so vielseitig die Einsatzgebiete auch sind – wissenschaftlich ist die Wirkung noch nicht überall belegt.
Wofür wird Schwarzkümmelöl verwendet?
In der Naturheilkunde – ob ayurvedisch, ägyptisch oder europäisch – wird Schwarzkümmelöl oft bei folgenden Beschwerden genutzt:
• Allergien (z. B. Heuschnupfen, Asthma)
• Verdauungsprobleme, Blähungen
• Hauterkrankungen wie Akne, Schuppenflechte, Fußpilz
• Rheumatoide Arthritis
• Hoher Blutdruck, erhöhte Blutfettwerte
• Schlafstörungen, ADHS
• Unterstützung beim Abnehmen
Auch in der Haut- und Haarpflege findet es Anwendung – in Cremes, Masken oder Haarkuren. Für Tiere wird es teils zur Parasitenabwehr eingesetzt (z. B. bei Hunden), ist aber für Katzen giftig.
Was steckt drin?
• Schwarzkümmelöl enthält über 100 Inhaltsstoffe, darunter:
• ungesättigte Fettsäuren (v. a. Linolsäure)
• ätherische Öle wie Thymochinon (entzündungshemmend, antiallergisch)
• Saponine, Gerbstoffe
• Vitamine (B-Gruppe, C, E), Mineralstoffe (Zink, Selen, Magnesium)
Anwendung und Dosierung
Das Öl kann beispielsweise innerlich (z. B. 1 TL bis 1 EL pro Tag mit Saft oder Honig) oder äußerlich angewendet werden. Auch Inhalationen oder Ölziehkuren sind möglich. Wichtig: nicht auf nüchternen Magen einnehmen – das kann zu Magenreizungen führen. Am besten vorher etwaige Anwendungen mit einem Arzt besprechen! Bei Kapseln oder Nahrungsergänzungsmitteln sollte man sich außerdem an die Dosierungsempfehlungen halten.
Nebenwirkungen möglich
Manche Menschen berichten zu Beginn über Magenbeschwerden oder vermehrtes Aufstoßen. Auch allergische Reaktionen auf der Haut sind möglich. Wer empfindlich ist, sollte langsam mit kleinen Mengen starten. Hochwertiges, kaltgepresstes Öl ist meist besser verträglich als chemisch extrahiertes.
Wissenschaftlicher Stand
Einige Studien zeigen Hinweise auf positive Effekte – z. B. bei Rheuma, Bluthochdruck oder bakteriellen Infektionen. Auch entzündungshemmende und antioxidative Wirkungen wurden beobachtet. Die meisten Erkenntnisse stammen aber aus Tierversuchen oder kleinen Studien. Für viele der beworbenen Wirkungen fehlen noch fundierte wissenschaftliche Belege.
Kümmel und Kreuzkümmel in Schwangerschaft und Stillzeit
Kümmel kann in der Schwangerschaft in kleinen Mengen normalerweise unbedenklich verwendet werden, etwa als Gewürz im Essen. Wer jedoch sehr große Mengen – zum Beispiel mehrere Tassen Kümmeltee täglich – zu sich nimmt, sollte vorsichtig sein. Kümmel wird in der Naturheilkunde manchmal mit einer wehenfördernden Wirkung in Verbindung gebracht. Ob das in der Praxis tatsächlich so ist, ist nicht eindeutig belegt – trotzdem empfehlen viele Fachleute, während der Schwangerschaft eher sparsam mit Kümmel umzugehen. Kreuzkümmel hingegen gilt in der Schwangerschaft in üblichen Mengen – also als Gewürz im Essen – als unproblematisch. Da er meist nur in kleinen Mengen verwendet wird, ist die aufgenommene Dosis sehr gering. Während der Stillzeit dürfen sowohl Kümmel als auch Kreuzkümmel weiter verwendet werden. Kümmel wird in der Stillzeit sogar oft empfohlen, da man ihm eine milchbildende Wirkung nachsagt. Viele stillende Mütter trinken daher gelegentlich Kümmeltee oder verwenden ihn gezielt in der Küche.
Kann man von Kümmel oder Kreuzkümmel gesundheitliche Probleme bekommen?
👉🏼 Im normalen Alltag spielt das kaum eine Rolle – aber bei sehr hohem oder dauerhaftem Verzehr können beide Gewürze tatsächlich zur Belastung für Leber und Nieren werden. Besonders bei Kreuzkümmel sollte man vorsichtig sein, wenn man ihn über lange Zeit in konzentrierter Form zu sich nimmt, zum Beispiel in Nahrungsergänzungsmitteln. Kreuzkümmel kann sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthalten – das sind natürliche Pflanzenstoffe, die in zu hoher Dosis schädlich für die Leber sein können. Diese Stoffe kommen auch in anderen Pflanzen vor, etwa in Borretsch oder Wasserdost. Echter Kümmel enthält keine Pyrrolizidinalkaloide. Trotzdem gilt auch hier: Wer extrem viel davon konsumiert – zum Beispiel in Form von hochdosierten Ölen oder sehr großen Mengen Tee – kann seine Leber oder Nieren überlasten. Das betrifft allerdings wirklich nur Mengen, die weit über den normalen Küchengebrauch hinausgehen. Kurz gesagt: Wer Kümmel und Kreuzkümmel ganz normal als Gewürz verwendet oder hin und wieder eine Tasse Tee daraus trinkt, braucht sich keine Sorgen zu machen. In moderaten Mengen können die Gewürze sogar gesundheitlich unterstützend wirken. Dennoch nicht vergessen: Vorsicht mit Kreuzkümmel bei Histaminintoleranz.
Kümmel in den Alltag integrieren - So kannst du auf einfache Art von Kümmel profitieren:
🔸 1. Kümmeltee bei Blähungen oder Völlegefühl
Ein Klassiker bei Verdauungsbeschwerden:
1 TL zerstoßene Kümmelsamen mit 250 ml heißem Wasser übergießen. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und schluckweise trinken. Am besten nach dem Essen oder wenn der Bauch „drückt“.
🔸 2. Kümmel in der Küche für bessere Bekömmlichkeit
Einfach mitkochen – z. B. bei:
• Kohlgerichten (z. B. Sauerkraut oder Wirsing)
• Hülsenfrüchten (Linsen, Bohnen) – Vorsicht bei Histaminintoleranz!
• Kartoffelsuppe oder Bratkartoffeln
Kümmel macht schwerere Speisen verträglicher und fördert die Verdauung.
🔸 3. Kümmelöl äußerlich bei Bauchschmerzen
Ein paar Tropfen Kümmelöl (in gutem Trägeröl wie Mandelöl) leicht erwärmen und sanft im Uhrzeigersinn auf den Bauch einmassieren. Wirkt entspannend und krampflösend.
🔸 4. Schwarzkümmelöl täglich einnehmen (für Immunsystem & Allergien)
1 TL bis 1 EL täglich, z. B. mit Joghurt oder Honig
Kurweise über mehrere Wochen, vor allem bei Heuschnupfen oder Asthma. Wichtig: langsam steigern und nicht auf nüchternen Magen und Rücksprache mit einem Arzt halten.
🔸 5. Schwarzkümmelsamen zum Kochen oder Backen
Auf Fladenbrot, in Currys, Dips oder auf Ofengemüse streuen. Mild nussig, aromatisch und sehr bekömmlich. Du willst es noch einfacher und würziger? Probiere unsere Garam Masala Gewürzmischung!
Histaminikus
Curry mild organic
4.46 / 5.0
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Quellen
- https://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/gewuerze/kuemmel-kreuzkuemmel-id215235/
- https://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/fette-oele/schwarzkuemmeloel-id213291/
- https://www.gesundheit.de/lexika/heilpflanzen-lexikon/kuemmel-id214926/
- https://www.mastzellaktivierung.info/downloads/foodlist/11_FoodList_DE_alphabetisch_mitKat.pdf
VON BETROFFENEN FÜR BETROFFENE
Wir sind Thomas und Michaela Zinser, Gründer von Histaminikus.
Aufgrund der eigenen Histaminintoleranz von Michaela und unserem Sohn haben wir Histaminikus gegründet. Der Frust keine geeigneten histaminarmen Lebensmittel zu finden, hat uns angespornt, selbst histaminarme Lebensmittel zu entwickeln.
Wir möchten euch damit wieder ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Schaut euch gerne bei uns um.
Herzliche Grüße
Thomas und Michaela