
Herzrhythmusstörungen
Das Herz ist ein wahres Wunderwerk der Natur - ein komplex aufgebautes Organ, das die lebensnotwendige Blutversorgung des Körpers sicherstellt. Unser Herzschlag entsteht durch elektrische Impulse, die im rechten Vorhof erzeugt und in einem gleichmäßigen Rhythmus über den Herzmuskel weitergeleitet werden. So passt sich das Herz der jeweiligen Belastung an – in Ruhe schlägt es langsamer, bei Anstrengung schneller, um den Körper optimal mit Blut zu versorgen. Doch was, wenn dieser Herzschlag aus dem Takt gerät?
Was sind Herzrhythmusstörungen?
In Ruhe schlägt das Herz normalerweise etwa 60 bis 70 Mal pro Minute. Damit es das Blut durch den Körper pumpen kann, werden elektrische Impulse erzeugt, die die Herzmuskelzellen erregen und sie dazu bringen, sich zusammenzuziehen. Der Taktgeber für diese Impulse ist der Sinusknoten, der sich im rechten Vorhof befindet. Von dort aus werden die Signale über die Vorhöfe zum Atrioventrikularknoten – einer Art Schaltstelle zwischen Vorhöfen und Herzkammern – weitergeleitet und schließlich in die Herzkammern geleitet. So wird sichergestellt, dass die einzelnen Abschnitte des Herzens koordiniert arbeiten. Gerät dieser Rhythmus jedoch aus dem Gleichgewicht, kann es zu einer Herzrhythmusstörung kommen.
Man unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Herzrhythmusstörungen:
👉🏼 Bradykardie
Ein ungewöhnlich langsamer Herzschlag, auch Bradykardie genannt, kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören bestimmte Medikamente, Funktionsstörungen des Sinusknotens oder Probleme bei der Signalübertragung zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern (AV-Knoten-Störungen). Typische Anzeichen einer Bradykardie sind Schwindel, Übelkeit, Atemnot oder ein generelles Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit. In einigen Fällen kann es sogar zu Ohnmachtsanfällen kommen.
👉🏼 Tachykardie
Eine Tachykardie, also ein ungewöhnlich schneller Herzschlag, kann je nach zugrunde liegender Herzerkrankung unterschiedliche Ursachen haben und an verschiedenen Stellen im Herzen auftreten. Dabei unterscheidet man zwischen Tachykardien, die in den Vorhöfen entstehen (supraventrikuläre Tachykardien), und solchen, die direkt in den Herzkammern auftreten (ventrikuläre Tachykardien). Besonders die ventrikulären Tachykardien sind gefährlich, da sie unbehandelt zu ernsten Notfallsituationen wie Kreislaufstillstand und im schlimmsten Fall zum plötzlichen Herztod führen können.
👉🏼 Ventrikuläre Tachykardie
Bei einer ventrikulären Tachykardie schlagen die Herzkammern so schnell, dass sie sich nicht mehr ausreichend mit Blut füllen können. Das führt zu Herzrasen, Schwindel, Atemnot und Brustenge. In schweren Fällen drohen Bewusstlosigkeit oder plötzlicher Herztod. Beim Kammerflimmern ist die elektrische Aktivität der Herzkammern so unkoordiniert, dass das Herz keinen wirksamen Pumpstoß mehr ausführt. Ein Herz-Kreislaufstillstand tritt ein, der sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen wie Herzdruckmassage und Defibrillation erfordert.
👉🏼 Supraventrikuläre Tachykardie
Supraventrikuläre Tachykardien sind schnelle Herzrhythmusstörungen aus den Vorhöfen, die zu Herzrasen, Schwindel, Luftnot und Brustschmerzen führen können. Obwohl sie selten lebensbedrohlich sind, sind sie belastend. Zu den häufigsten Formen gehören AVNRT und AVRT, bei denen durch veränderte oder zusätzliche elektrische Verbindungen zwischen Vorhof und Kammer Kreiserregungen mit bis zu 200 Schlägen pro Minute entstehen, vor allem bei jungen, herzgesunden Menschen. Ein weiteres Beispiel ist das Vorhofflattern, das durch eine Kreiserregung um die Trikuspidalklappe entsteht und bei Anstrengung auf über 250 Schläge pro Minute ansteigen kann. Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Rhythmusstörungen, bei der chaotische Erregungen zu einem unregelmäßigen, oft zu schnellen Herzschlag führen.
Herzrhythmusstörungen und Histamin
Seit der Entdeckung von Histamin im Jahr 1910 weiß man, dass dieser Stoff nicht nur bei allergischen Reaktionen freigesetzt wird, sondern auch das Herz, den Herzmuskel sowie die Blutgefäße direkt beeinflussen kann. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Histamin zelluläre Ereignisse im Herzen auslösen kann, die letztlich zu abnormen Herzrhythmen führen.
Dabei spielen insbesondere die unterschiedlichen Histaminrezeptoren (H1, H2, H3 und H4) eine Rolle. H1-Rezeptoren am AV-Knoten können die Signalweiterleitung im Herzen verändern, was sich direkt auf den Herzrhythmus auswirkt. Gleichzeitig modulieren H2-Rezeptoren im Herzmuskel und in den Vorhöfen sowohl die Kontraktionskraft als auch den Gefäßtonus, wodurch sie eine wesentliche Rolle in der Regulation der Herzfunktion spielen. H3-Rezeptoren finden sich an sympathischen Nervenfasern, während sich H4-Rezeptoren hauptsächlich in Immunzellen finden. Im gesunden Herz-Kreislauf-System werden die durch H1- und H2-Rezeptoren vermittelten Effekte auf das Herz streng reguliert. Doch bei einem geschädigten Gefäßsystem, einem erkrankten Herzmuskel oder begleitenden Infektions- und Entzündungsreaktionen sowie bei Sauerstoffmangel kann die Empfindlichkeit gegenüber Histamin erheblich schwanken. In solchen Fällen wurden sowohl verlangsamte Herzfrequenzen (Bradykardien < 60/min) als auch beschleunigte Herzrhythmen (Tachykardien > 100/min) beobachtet. Besonders relevant ist dies angesichts der steigenden Zahl an Herzrhythmusstörungen in einer alternden Bevölkerung. Zudem rückt die Erforschung des Histaminstoffwechsels im Alter sowie die wachsende Zahl von Fällen mit Histaminintoleranz und Mastozytose zunehmend in den Fokus.
Laut Daten der Universität Erlangen-Nürnberg zeigten rund 15 % der Patienten mit immunologischen Hypersensitivitätsreaktionen auch Herzrhythmusstörungen, die weiter abgeklärt werden mussten. Diese traten teils nach der Aufnahme eines Allergens, im Zusammenhang mit Infektionen oder durch unbekannte Faktoren auf. Besonders auffallend sind die stark gestiegenen Krankenhausaufenthalte wegen Vorhofflimmerns in den letzten 20 Jahren – Millionen Menschen sind betroffen. Während viele Faktoren wie Alter, Herzinsuffizienz oder eine bessere Diagnostik zum Anstieg beitragen, wird es immer wichtiger, Patienten mit einer gestörten Histaminregulation gezielt zu identifizieren. Denn für sie könnten spezifische Therapieansätze wie Allergenkarenz, eine histaminarme Ernährung oder Antihistaminika effektiver sein als die üblichen Behandlungsstrategien beim idiopathischen Vorhofflimmern.
Ursachen und Risikofaktoren
Die möglichen Ursachen für Herzrhythmusstörungen sind sehr vielfältig. Hier einige davon:
👉🏼 Grunderkrankungen als Ursache für Herzrhythmusstörungen:
- Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkt
- Herzklappenerkrankungen
- Herzmuskelentzündungen
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
👉🏼 Angeborene Ursachen:
- Fehlbildungen im Erregungsleitungssystem
- Vererbte Zellfehlfunktionen im Herzen
👉🏼 Weitere mögliche Ursachen:
- Schilddrüsenüberfunktion
- Chronische Nierenkrankheit
- Diabetes mellitus
- Unfälle/Verletzungen durch elektrischen Strom
- Herzmedikamente & Blutdrucksenker
- Bestimmte Antidepressiva, Antibiotika & Krebsmedikamente
- Bluthochdruck
- Rauchen, Drogenkonsum, übermäßiger Alkoholkonsum
Diagnostik
Herzrhythmusstörungen kann man zuverlässig mit einem Elektrokardiogramm (EKG) feststellen. Dabei wird deine elektrische Herzaktivität aufgezeichnet. Wenn die Rhythmusstörungen nur gelegentlich auftreten, ist oft ein Langzeit-EKG nötig. Dafür trägt man ein kleines EKG-Gerät am Gürtel, das über aufgeklebte Elektroden die Herzaktivität für 24 bis 72 Stunden misst. Falls die Rhythmusstörungen so selten sind, dass sie im Langzeit-EKG nicht erfasst werden, gibt es am DHZC die Möglichkeit einer Aufzeichnung mit einem „Loop-Recorder“. Ein externer Loop-Recorder wird ebenfalls am Gürtel getragen und durch einen Tastendruck aktiviert, sobald man eine Unregelmäßigkeit spürt. Alternativ kann ein implantierbarer Loop-Recorder unter die Haut in Brustnähe eingesetzt werden – er überwacht den Herzrhythmus automatisch bis zu drei Jahre lang. Neben dem EKG stehen noch weitere Diagnosemethoden zur Verfügung, wie Röntgenaufnahmen oder eine Echokardiographie, also eine Ultraschalluntersuchung deines Herzens.
Diagnostik bei histaminbedingten Herzrhytmusstörungen:
Wenn alle vorangegangenen Untersuchungen unauffällig waren und keine Ursache für deine Beschwerden gefunden werden konnte, lohnt es sich, auch einmal histaminbedingte Ursachen in Betracht zu ziehen. Oft sind die Laborwerte, einschließlich des Allergiewerts IgE, unauffällig. Im nächsten Schritt kann ein Ernährungstagebuch helfen: Notiere darin, was du isst und welche Symptome auftreten. Um den Verdacht auf eine Histamin-Intoleranz zu überprüfen, kannst du testweise auf histaminhaltige Lebensmittel und sogenannte „Histamin-Liberatoren“ verzichten, die die Ausschüttung verstärken. Verschwinden die Beschwerden, deutet das auf eine Unverträglichkeit hin. Wichtig ist, dass du dich informierst, welche Lebensmittel und Medikamente das Histamin-Gleichgewicht beeinflussen. Bevor du deine Ernährung umstellst, sollten aber andere mögliche Ursachen ausgeschlossen sein – dazu gehören auch ein Medikamenten-Check und die Berücksichtigung seelischer Belastungen. Denn auch psychischer Stress oder starke Schmerzen können die Histaminausschüttung fördern. Alle eventuellen Änderungen und Auffälligkeiten solltest du zuerst mit deinem Arzt besprechen.
Behandlungsmöglichkeiten
Viele Patienten mit einer ungefährlichen Herzrhythmusstörung benötigen keine Behandlung. Tritt die Störung jedoch häufiger auf und beeinträchtigt sie die Lebensqualität, kommen verschiedene Therapiemöglichkeiten infrage.
👉🏼 Therapie tachykarder Herzrhythmusstörungen
Medikamentöse Therapie:
- Frequenzlimitierung: Verlangsamung des Herzschlags ohne direkte Behandlung der Rhythmusstörung (z. B. bei Vorhofflimmern).
- Rhythmuserhaltende Therapie: Wiederherstellung und Stabilisierung des normalen Sinusrhythmus durch Medikamente.
- Katheterablation:
Durch einen Herzkatheter werden gezielt Bereiche des Herzmuskelgewebes verödet, die die Rhythmusstörung verursachen. Oft wirksamer als Medikamente, in manchen Fällen (z. B. Vorhofflattern) sogar heilend. - Defibrillator-Implantation (ICD) für Risikopatient:innen:
Schutz vor plötzlichem Herztod durch Herzkammertachykardien. Bei Kammerflimmern gibt der ICD einen Stromstoß ab, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen.
Implantationsarten:
- Transvenös: Elektrode wird über eine Vene ins Herz eingeführt, Defibrillator unter der Haut platziert.
- Subkutan: Elektrode unter der Haut, keine Vene betroffen → leichtere Entfernung bei Bedarf.
👉🏼 Therapie bradykarder Herzrhythmusstörungen
- Herzschrittmacher-Therapie:
Ein Herzschrittmacher ist nötig, wenn die Herzfrequenz unter 40 Schläge pro Minute fällt oder lange Pausen (>5 Sek.) auftreten. Er stimuliert das Herz und verhindert Beschwerden wie Schwindel. - Implantation eines Herzschrittmachers:
Elektroden werden über eine Armvene ins rechte Herz eingeführt (Vorhof und/oder Kammer). Sie erfassen den eigenen Herzschlag und geben bei Bedarf Impulse. Der Schrittmacher wird unter der Haut oder dem Muskel in Brusthöhe eingesetzt. Regelmäßige Kontrollen alle 6–12 Monate, oft auch per Fernabfrage von zu Hause. Die Programmierung kann individuell angepasst werden. Nach der Implantation ist in den meisten Fällen ein normales Leben möglich.
👉🏼 Therapie histaminbedingter Herzrhythmusstörungen
Wenn andere Ursachen mit Sicherheit ausgeschlossen werden konnten und sich der Verdacht auf histaminbedingte Beschwerden verstärkt, lohnt sich eine Ernährungs- und Lebensstil-Anpassung. Versuche weitestgehend Stress zu vermeiden und integriere nach Möglichkeit regelmäßig Entspannungsübungen in deinen Alltag. Außerdem solltest du deine Ernährung auf „histaminarm“ umstellen. Dazu findest du hier mehr Informationen und eine große Auswahl an geeigneten Lebensmitteln in unserem Shop.
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Wir arbeiten nur mit ausgewählten Lieferanten zusammen. Alle Produkte werden im Labor auf ihren Histamingehalt getestet, um Betroffenen eine extra Sicherheit einer hohen Verträglichkeit zu geben. Für jeden ist hier also etwas dabei.
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QUELLEN
- https://www.dhzc.charite.de/ratgeber/herzrhythmusstoerung/
- https://www.tk.de/techniker/krankheit-und-behandlungen/erkrankungen/behandlungen-und-medizin/herz-kreislauf-erkrankungen/koronare-herzkrankheit/tk-plus-bei-khk/dmp-news-khk/unterschaetzt-histamin-herz-2172670

VON BETROFFENEN FÜR BETROFFENE
Wir sind Thomas und Michaela Zinser, Gründer von Histaminikus.
Aufgrund der eigenen Histaminintoleranz von Michaela und unserem Sohn haben wir Histaminikus gegründet. Der Frust keine geeigneten histaminarmen Lebensmittel zu finden, hat uns angespornt, selbst histaminarme Lebensmittel zu entwickeln.
Wir möchten euch damit wieder ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Schaut euch gerne bei uns um.
Herzliche Grüße
Thomas und Michaela