3. Äußere Einflüsse auf Nährstoffe
Der Nährstoffgehalt in „verarbeiteten“ Lebensmitteln wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Hier sind mit verarbeiteten Lebensmitteln aber nicht die hochverarbeiteten aus dem Supermarkt gemeint, sondern die Verarbeitung wie zum Beispiel Schneiden, Kochen und Braten zu Hause. Je intensiver die Verarbeitung, desto höher sind meist die Nährstoffverluste. Um den Vitaminverlust zu minimieren, solltest du Obst und Gemüse möglichst kurz vor der Verwendung einkaufen; alternativ eignet sich tiefgefrorenes Gemüse gut. Salate und Gemüse sollten lichtgeschützt und gut verpackt bei maximal 4°C im Kühlschrank oder Keller gelagert werden, wobei hohe Luftfeuchtigkeit bei niedrigen Temperaturen hilft, die Vitamine zu erhalten. Plastikbehälter helfen, die Vitamine in frischen Produkten zu schützen. Wasche Gemüse, Obst und Salate schonend, am besten nicht unter fließendem Wasser und lasse sie nicht länger im stehenden Wasser liegen. Zerkleinere die Lebensmittel erst kurz vor der Verwendung, da intensive Methoden wie Mixen den Vitamin-C-Gehalt reduzieren können. Beim Kochen solltest du gut schließende Töpfe und Pfannen verwenden und mit möglichst wenig Wasser kochen. Dampfgaren und Druckdampfgaren sind besonders schonende Methoden. Gare Gemüse bissfest und kurz, um den Vitaminverlust zu minimieren. Schonendes Frittieren schont wasserlösliche Nährstoffe, aber bedenke den hohen Fettgehalt und frittiere nicht regelmäßig. Erhitze Lebensmittel schnell auf über 70°C, um vitaminzerstörende Enzyme zu deaktivieren und bereite gefrorenes Gemüse ohne Auftauen im Dampfkochtopf zu, um die Vitamine besser zu erhalten. Das schnelle Auftauen verhindert außerdem übermäßige Histaminbildung. Halte Gerichte nicht warm, sondern verzehre sie sofort, um den Nährstoffgehalt zu erhalten und Histaminbildung zu vermeiden. Übrig gebliebene Speisen sollten schnell abgekühlt und nur kurz im Kühlschrank aufbewahrt werden. Überschüssiges Gemüse kannst du zügig blanchieren und einfrieren, je frischer das Gemüse zu dem Zeitpunkt ist, desto besser.
Die Form, in der Lebensmittel verarbeitet werden, beeinflusst ebenfalls die Stabilität der Vitamine und Mineralstoffe. Damit ist gemeint, ob das Lebensmittel beispielsweise ganz, geschnitten oder püriert ist Denn so haben Umweltfaktoren unter Umständen größere „Flächen“ zur Verfügung, um Lebensmittel negativ zu beeinflussen.
Zudem werden in der heutigen Zeit mehr und mehr chemische Pflanzenschutzmittel auf den Feldern ausgebracht, was die Böden auslaugt – so bleiben nicht mehr viele Nährstoffe im Boden, welche von den Pflanzen aufgenommen werden können.
Ein weiterer Faktor ist die chemische Stabilität der Vitamine. Wir betrachten hier Umwelteinflüsse wie Licht, Sauerstoff, Temperatur und Wasser bzw. Feuchtigkeit:
Wasserlösliche Vitamine:
Vitamin B1 reagiert empfindlich auf Sauerstoff, Wasser und Hitze. B2 und B6 mögen kein Licht, sowie Hitze und Sauerstoff. Vitamin B12 verringert sich drastisch durch den Einfluss von Licht, Sauerstoff und Wasser und Vitamin C reagiert negativ auf alle 4 Umwelteinflüsse.
Fettlösliche Vitamine:
Vitamin A, D und E lassen sich lediglich von Licht und Sauerstoff negativ beeinflussen. Vitamin K hat nur Probleme bei Lichteinfall. Fettlösliche Vitamine sollten immer in Kombination mit Ölen eingenommen werden, um ihre Bioverfügbarkeit zu erhöhen.
Außerdem reagieren einige Vitamine empfindlich auf Säuren und werden beispielsweise durch den Essig im Salatdressing reduziert. Andere wiederum werden durch Laugen, wie Natrium beim Backen, zerstört.