Was bewirkt Meditation also im Körper?
Beim Meditieren verändert sich der Zustand des Körpers. Viele körperliche Vorgänge schalten auf „Entspannung“ um.Das zeigt sich zum Beispiel daran:
- Der Blutdruck sinkt
- Der Sauerstoffverbrauch nimmt ab
- Die Haut leitet weniger Strom – ein Zeichen für geringere Anspannung
Auch das Stresshormon Kortisol, das bei Druck und Belastung im Körper freigesetzt wird, sinkt nach Meditationen deutlich. Weniger Kortisol bedeutet: weniger Stressgefühl, ruhigere Gedanken und ein entspannteres Nervensystem. Meditation wirkt sogar bis in unsere Gene hinein. Bei intensiven Meditationen zeigt sich, dass bestimmte Gene, die mit Entzündungen im Körper zusammenhängen, weniger aktiv sind. Das betrifft dann Gene, die dafür sorgen, dass entzündungsfördernde Stoffe gebildet werden. Auch bestimmte Enzyme, die Entzündungsreaktionen verstärken, werden weniger hergestellt. Regelmäßige Meditation schützt außerdem unsere Telomere. Das sind die Schutzkappen an den Enden unserer Erbinformation (DNA). Kurze Telomere stehen für biologisches Altern und für ein höheres Krankheitsrisiko. Bei Menschen, die meditieren, bleiben diese Telomere länger erhalten – sie altern also möglicherweise langsamer. Auch sogenannte epigenetische Marker, die zeigen, wie gesund oder alt unser Körper biologisch ist, werden durch Meditation positiv beeinflusst. Das nennen Forschende eine „Verlangsamung der epigenetischen Uhr“
Was bewirkt Meditation im Geist?
Nicht nur der Körper verändert sich. Auch unsere Gedanken, Gefühle und Wahrnehmung werden durch Meditation beeinflusst.
Das zeigen Forschungen:
- Wir nehmen klarer wahr, was in und um uns geschieht.
- Wir können unsere Aufmerksamkeit besser steuern.
- Wir reagieren weniger stark auf belastende Gefühle.
- Unsere Gedanken werden flexibler.
- Das Gedächtnis verbessert sich.
- Die Konzentration steigt.
Schon nach wenigen Wochen Meditationspraxis lassen sich diese Effekte messen. Auch der Umgang mit sich selbst verändert sich: Menschen fühlen sich selbstwirksamer, gehen freundlicher mit sich um und empfinden mehr Lebenssinn. Eine besondere Form, die sogenannte „Loving-Kindness-Meditation“ (auf Deutsch: Meditation des liebevollen Mitgefühls), führt sogar zu mehr positiven Gefühlen. Wer regelmäßig meditiert, kann außerdem besser erkennen, dass Gedanken und Gefühle nur vorübergehend sind. Man nimmt sie wahr, ohne sich völlig mit ihnen zu identifizieren. Das hilft dabei, sich nicht so sehr in Sorgen oder Grübeleien zu verlieren. Diese Fähigkeit nennt man in der Fachsprache Dezentrierung – sie spielt auch in der Psychotherapie eine wichtige Rolle.
Was passiert im Gehirn?
Unser Gehirn ist sehr anpassungsfähig – besonders dann, wenn wir neue Dinge regelmäßig üben. Das gilt auch für Meditation. Bestimmte Gehirnbereiche werden dadurch stärker. Dazu gehören der präfrontale Kortex, zuständig für Planung und Selbstkontrolle, der Hippocampus, wichtig für das Gedächtnis, und die Insula, beteiligt am Körpergefühl und Mitgefühl. Ein Hirnnetzwerk, das sehr häufig untersucht wird, ist das sogenannte Default Mode Network
(auf Deutsch: „Ruhezustandsnetzwerk“). Es ist besonders aktiv, wenn wir nicht auf äußere Aufgaben konzentriert sind – zum Beispiel beim Grübeln, beim Tagträumen oder wenn wir über uns selbst nachdenken. Meditation führt oft dazu, dass dieses Netzwerk weniger aktiv ist. Das bedeutet: weniger Grübelei, mehr Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt, weniger Selbstbezogenheit. Auch bei der Amygdala, einem Bereich, der mit Angst und Stress zu tun hat, zeigen sich bei Meditierenden Veränderungen. In einigen Studien zeigte sich sogar: Bei erfahrenen Mönchen war die Synchronisierung der sogenannten Gammawellen im Gehirn besonders stark – ein Zeichen für intensive Konzentration und Wachheit.
Wie wirkt sich Meditation auf die allgemeine Gesundheit aus?
Frühere Studien waren teilweise ungenau, aber viele neuere Untersuchungen zeigen: Meditation kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken.Hier einige Beispiele:• Blutdruck kann sinken• Menschen mit Herzschwäche berichten von mehr Lebensqualität• Schmerzen und Migräne können schwächer werden• Schlafprobleme können sich bessern• Meditation hilft nachweislich bei Depressionen• Auch bei Angstgefühlen wirkt Meditation positiv• Stress kann besser verarbeitet werdenMeditation ist dabei oft sogar wirkungsvoller als reine Entspannungstechniken. Besonders gut erforscht ist die sogenannte Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (MBCT). Sie hilft dabei, Rückfälle bei Depressionen zu verhindern und ist deshalb Teil der offiziellen Behandlungsempfehlungen.