Stress stellt sich immer dann ein, wenn die Psyche meint, dass Sie sich in Gefahr befinden – sei es eine emotionale oder körperliche Gefahr. Zu viel Stress, der nicht abgebaut wird, saugt und laugt Sie aus und raubt Ihnen die Kraft, sich den alltäglichen Anforderungen zu stellen. Das Resultat ist, dass Sie angespannt, reizbar und müde sind. Die langfristigen Auswirkungen von anhaltendem Stress sind eine immense Belastung für den Körper und führen zu Krankheiten.
Laut der Seuchenschutzbehörde in Atlanta entstehen 90% aller Krankheiten aufgrund von Stress. Eine Forschungsarbeit von Dr. Lipton (Stanford University) erhöht diese Anzahl nochmals auf 95%. Die restlichen 5% sind genetisch veranlagt. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Studien, die belegen, dass Krankheit eine Erscheinungsform von dauerhaftem Stress (1) ist.
HISTAMIN UND ÄNGSTE UND DEPRESSIONEN
Histamin und Stress kann Stimmungsschwankungen auslösen. Vor allem die H3-Histaminrezeptoren im Gehirn sind dafür verantwortlich. Im Gehirn fungiert Histamin nämlich als ein Neurotransmitter, der Stimmungsschwankungen, Ängste und depressive Gefühle auslösen kann.
HISTAMIN UND SCHLAFLOSIGKEIT
In der Vergangenheit wurde Histamin bereits mit Schlafstörungen in Verbindung gebracht: Dazu zählen zum einen Schlaflosigkeit und zum anderen auch ein extremes Schlafbedürfnis. Neueste Forschungen haben sogar herausgefunden, dass Histamin auch eine Rolle im Biorhythmus spielt. (2) Man hat weiterhin festgestellt, dass die H1-Histaminrezeptoren den Schlaf fördern, während die H3-Histaminrezeptoren Schlaflosigkeit begünstigen. (3) Wie wir alle wissen löst Schlafmangel Stress aus. Der Stress-Histamin-Kreislauf ist damit wieder voll im Gange.
HISTAMIN UND PANIKATTACKEN
Unter extremen Stresseinfluss berichten viele Betroffene von Panikattacken. Diese Panikattacken werden vor allem darauf zurückgeführt, dass Histamin die Blutgefäße im Herz weitet. Dies führt dazu, dass der Blutdruck fällt. Das Herz beginnt schneller zu schlagen, um den Blutdruck wieder zu stabilisieren. Der niedrige Blutdruck in Kombination mit einem schnellen Puls kann zu Kurzatmigkeit, Schwindel und Herzrasen führen. Man hat das Gefühl, eine Panikattacke zu bekommen bzw. entsteht durch die erhöhte Histaminfreisetzung tatsächlich eine Panikattacke. (4)
HISTAMIN UND STÖRUNGEN DES VERDAUUNGSTRAKTS
Laut Forschungen führt akuter Stress zu einer Störung der Verdauungssysteme. Stress aktiviert die Mastzellen im Darm und sorgt für eine erhöhte Histaminausschüttung. In Tierversuchen wurde festgestellt, dass das Histaminlevel im Darm um ein 6 bis 9-faches erhöht war, nachdem die Tiere Stress ausgesetzt wurden. (5) Stress kann auch die Darmflora beeinträchtigen und somit zu Verdauungsstörungen führen. Kanadische Forscher haben bewiesen, dass sich eine defekte Darmflora nicht nur auf die Verdauung, sondern auch auf die Psyche des Betroffenen auswirkt. Sie bestätigten, dass der Darm wesentlich mit dem Gehirn zusammenhängt. Man spricht auch von der "Darm-Hirn-Achse". Demnach beeinflussen Darmbakterien bestimmte Funktionen im Hirn und sind somit für psychische Störungen und neurologische Erkrankungen mitverantwortlich.
QUELLEN
(1) Havard Studie: Krankheit ist nur eine Erscheinungsform von Stress health.harvard.edu/special_health_reports/stress_control
(2) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20851648
(3) https://www.nature.com/articles/srep39934
(4) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16337938
(5) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2343625/#!po=41.6667
(6) Quelle: Instant Impact, Power Breathing von Dr. Alex Loyd