Heizungsluft und trockene Schleimhäute im Winter

Wenn es draußen kälter ist, läuft drinnen die Heizung auf Hochtouren. Das ist gemütlich, keine Frage. Gleichzeitig klagen viele Menschen plötzlich über trockene Nase, kratzigen Hals, brennende Augen oder sogar häufigere Infekte. Vielleicht kommt dir das bekannt vor: Morgens wachst du mit trockener Nase auf, tagsüber fühlt sich der Rachen wund an, und abends jucken die Augen.

Der gemeinsame Nenner ist oft die trockene Heizungsluft – und die hat einen größeren Einfluss auf deine Gesundheit, als man auf den ersten Blick denkt. Deshalb schauen wir uns heute gemeinsam an, was Heizungsluft mit deinen Schleimhäuten macht, warum manche Menschen stärker reagieren als andere und was du ganz konkret dagegen tun kannst.

Was genau ist eigentlich „trockene Heizungsluft“?

Warme Luft kann deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Außenluft. Wenn kalte Winterluft ins Haus kommt, sich erwärmt und nicht zusätzlich befeuchtet wird, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit stark ab. In vielen Wohnungen liegt sie im Winter deutlich unter 40 Prozent – manchmal sogar unter 30 Prozent. Für Möbel mag das vielleicht kein Problem sein, für deinen Körper schon. Besonders empfindlich reagieren die Schleimhäute in Nase, Mund, Rachen und Augen.

Die Schleimhäute – dein unterschätztes Schutzsystem

Deine Schleimhäute sind viel mehr als nur „feuchte Oberflächen“. Sie sind ein hochaktives Schutzsystem:

  • Sie befeuchten die Atemluft
  • Sie filtern Staub, Pollen und Krankheitserreger
  • Sie transportieren unerwünschte Partikel mithilfe von Flimmerhärchen nach außen

Damit das funktioniert, brauchen sie Feuchtigkeit. Ist die Luft zu trocken, verdunstet diese Feuchtigkeit schneller, als der Körper sie nachliefern kann. Die Schleimhäute trocknen aus – und damit gerät das ganze System aus dem Gleichgewicht.

Was passiert, wenn Schleimhäute austrocknen?
Wenn deine Schleimhäute austrocknen, geraten gleich mehrere Schutzmechanismen aus dem Takt. Die feine Schutzschicht auf der Oberfläche wird dünner und kann leichter kleine Risse bekommen. Gleichzeitig arbeiten die winzigen Flimmerhärchen langsamer oder nicht mehr richtig. Dadurch bleiben Erreger, Staub und andere Schadstoffe länger auf der Schleimhaut liegen, anstatt nach außen transportiert zu werden. Das wiederum begünstigt Entzündungsreaktionen. Genau deshalb ist trockene Heizungsluft nicht nur unangenehm, sondern kann auch Infekte fördern – viele Menschen merken das an häufigeren Erkältungen oder an einem ständigen Kratzen im Hals.

Typische Symptome trockener Heizungsluft
Je nach Empfindlichkeit können ganz unterschiedliche Beschwerden auftreten:

  • Trockene oder verstopfte Nase
  • Nasenbluten
  • Kratzen, Brennen oder Druckgefühl im Hals
  • Heiserkeit
  • Brennende, juckende oder gerötete Augen
  • Trockene Lippen und Haut
  • Erhöhte Infektanfälligkeit

Manche Menschen spüren nur leichte Irritationen, andere fühlen sich den ganzen Winter über „angeschlagen“.

Nicht jeder reagiert gleich stark auf trockene Heizungsluft. Manche merken kaum etwas, während andere sehr schnell Beschwerden entwickeln. Besonders empfindlich sind zum Beispiel ältere Menschen, weil sich ihre Schleimhäute langsamer regenerieren. Auch wenn du Allergien hast oder unter chronischen Nasenproblemen leidest, kann trockene Luft deine Symptome verstärken. Gleiches gilt für Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen. Zusätzlich reagieren oft diejenigen sensibler, die Medikamente einnehmen, die die Schleimhäute austrocknen, oder von Natur aus ein sehr feines und empfindliches Schleimhautgewebe haben. Und genau an diesem Punkt kommt ein weiterer Faktor ins Spiel: Histamin.

Trockene Luft, Schleimhäute und Histamin – was steckt dahinter?

Histamin kennst du bestimmt, vor allem im Zusammenhang mit Allergien oder eben deiner Histaminintoleranz. Und möglicherweise weißt du auch schon, dass es ein körpereigener Botenstoff ist, der unter anderem an Entzündungsreaktionen beteiligt ist. Zum Beispiel sorgt Histamin dafür, dass sich Blutgefäße erweitern, Schleimhäute anschwellen und typische Symptome wie Juckreiz, Niesen oder eine laufende Nase entstehen. Was viele allerdings nicht wissen: Auch trockene Luft kann eine solche Histaminreaktion auslösen – ganz ohne klassische Allergie.

Es gibt Hinweise aus wissenschaftlichen Untersuchungen, dass osmotischer Stress auf der Nasenschleimhaut (also eine starke „Austrocknung“ der Nasenschleimhaut) die Freisetzung von Histamin begünstigen kann. Trockene Luft verändert die Salz- und Wasserverteilung auf der Schleimhaut. Für die Zellen ist das Stress – und Stress kann Histamin freisetzen. Über den Stress – Histamin – Kreislauf haben wir hier schon aufgeklärt:
histaminikus.de/blogs/blog/stress-histamin-trigger

Das heißt natürlich nicht, dass trockene Luft „die Ursache“ einer Histaminintoleranz ist. Aber sie kann ein verstärkender Faktor sein. Deshalb ist ein gutes Raumklima für Betroffene besonders wichtig.

Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit idealerweise sein?

Als angenehm und schleimhautfreundlich gelten 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. In diesem Bereich können Schleimhäute ihre Schutzfunktion gut erfüllen, ohne dass im Raum Schimmelgefahr entsteht. Ein kleiner Luftfeuchtemesser kann sehr hilfreich sein, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie trocken die Luft bei dir tatsächlich ist – viele Menschen unterschätzen das deutlich.

Was du konkret gegen trockene Heizungsluft tun kannst

Zum Glück gibt es viele einfache Maßnahmen, mit denen du deine Schleimhäute unterstützen kannst.

  • Richtig lüften

    Mehrmals täglich Stoßlüften ist besser als dauerhaft gekippte Fenster. Öffne die Fenster für ein paar Minuten weit, idealerweise mit Durchzug. So wird die Luft ausgetauscht, ohne dass Wände auskühlen.

  • Ausreichend trinken

    Feuchtigkeit kommt nicht nur von außen. Wenn du zu wenig trinkst, können Schleimhäute schlechter befeuchtet werden. Zwei Liter pro Tag sind ein guter Richtwert und sowieso eine gute Idee auch bei Histaminintoleranz, denn Histamin ist wasserlöslich!

  • Luft befeuchten – aber mit Maß

    Schalen mit Wasser auf der Heizung oder Zimmerpflanzen können die Luftfeuchtigkeit leicht erhöhen. Elektrische Luftbefeuchter können ebenfalls helfen, sollten aber sehr sauber gehalten werden, um Keime zu vermeiden.

  • Augen nicht vergessen

    Bei trockenen Augen helfen regelmäßige Pausen bei Bildschirmarbeit, bewusstes Blinzeln und zur Not befeuchtende Augentropfen.

Oft sind es nicht große Umstellungen, sondern viele kleine Stellschrauben, die zusammen den Unterschied machen. Wenn deine Schleimhäute gut befeuchtet sind, funktioniert ihre Schutzfunktion besser – und du fühlst dich insgesamt wohler. Gerade im Winter lohnt es sich, dem Raumklima ein bisschen Aufmerksamkeit zu schenken. Dein Körper dankt es dir mit weniger Reizungen und mehr Wohlbefinden.

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Quellen

  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2112349/
  • https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160412018320725
  • https://www.aok.de/pk/magazin/familie/eltern/was-bei-trockener-heizungsluft-hilft/
Thomas und Michaela Zinser, Gründer von Histaminikus, sitzen lächelnd nebeneinander auf einer Steinstufe vor einer Backsteinmauer mit Blick auf eine Landschaft. Neben ihnen stehen mehrere Histaminikus-Produkte, darunter Gewürzdosen und Papiertüten.

VON BETROFFENEN FÜR BETROFFENE

Wir sind Thomas und Michaela Zinser, Gründer von Histaminikus.

Aufgrund der eigenen Histaminintoleranz von Michaela und unserem Sohn haben wir Histaminikus gegründet. Der Frust keine geeigneten histaminarmen Lebensmittel zu finden, hat uns angespornt, selbst histaminarme Lebensmittel zu entwickeln.
Wir möchten euch damit wieder ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Schaut euch gerne bei uns um.

Herzliche Grüße
Thomas und Michaela

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