Ursachen von Migräneanfällen
1. histaminreiche Ernährung / DAO-MangelHistaminreiche bzw. histaminfreisetzende
Lebensmittel wie Rotwein, Schokolade, Käse, Bananen, Erdbeeren, usw. können Migräneanfälle auslösen. Histamin stellt laut verschiedenen Studien einen ziemlich gesicherten Auslöser für Migräneanfällen dar. Ausgelöst werden die Anfälle durch einen H1-Rezeptor-Mechanismus, der wahrscheinlich extrazerebral (außerhalb des Gehirns) wirkt. (1) Die Forschungen hierzu müssen aber noch vertieft werden, um hierzu genauere Aussagen zu treffen. Eine weitere Studie aus Spanien (2) hat zudem gezeigt, dass durch eine strikte histaminarme Diät in Verbindung mit der Einnahme des Enzyms DAO vor einer Mahlzeit bei rund 80% der Studienteilnehmer die Migräne deutlich vermindert werden konnten. Der Studienleiter Dr. Juan Izquierdo stellte weiterhin fest, dass chronische Migräne Patienten, die zudem auch unter Magen-Darm-Beschwerden leiden, häufig einen DAO-Mangel aufweisen. Das Enzym DAO ist im Dünndarm für den Abbau von Histamin verantwortlich. Ein Mangel an DAO kann zu histaminbedingten Symptomen wie auch die Migräne führen.
2. Serotoninmangel
Mittlerweile gilt es als gesichert, dass es bei einem Migräneanfall zu einem Serotoninmangel kommt. Serotonin ist ein Neurotransmitter im ZNS und wirkt unter anderem auf die Magen-Darm-Tätigkeit, das Herz-Kreislauf-System und trägt ebenso zur Blutgerinnung bei. Bei einem Migräneanfall produzieren die Nervenzellen eine Überdosis von Botenstoffen, u.a. auch Serotonin. Ein erhöhter Serotoninspiegel führt nun dazu, dass sich die Adern im Gehirn verengen und Entzündungsprozesse gehemmt werden. Als Reaktion darauf, baut der Körper nun Serotonin in großen Mengen wieder ab, so dass es zu einem Mangel kommt. Die Hirnhautgefäße weiten sich also und werden so durchlässig für gewebsfeindliche Stoffe. Somit entstehen kleine Entzündungen im Gehirn, die den typisch pochenden Kopfschmerz bei Migräne verursachen. Aber auch die Begleitsymptome wie Müdigkeit, Gereiztheit und ein gesteigertes Schmerzempfinden sind typische Symptome eines Serotoninmangels. Im Übrigen kann man das Glückshormon Serotonin (zumindest in seiner Vorstufe Tryptophan) auch essen: Tryptophan ist in Nüssen, Vollkorngetreide und Eigelb vorhanden. Auch die Versorgung mit Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B6 und B12 sorgen für einen ausgeglichenen Serotoninspiegel. (3)
3. Mangel an Magnesium
Auch ein Magnesiummangel kann ein Auslöser für Migräne sein. In Studien wurde gezeigt, dass eine Magnesiumzufuhr von 500-600 mg pro Tag eine präventive Wirkung hat. Die Migräne trat weniger auf und auch die Schmerzempfindlichkeit ging zurück. (4) Gerade bei Kindern zwischen 5 und 16 Jahren zeigte sich die schützende Wirkung von Magnesium am stärksten. Magnesium kann als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden oder auch über die Nahrung zugeführt werden. Es ist vor allem in Gemüse, Früchten, Nüssen, Samen, Kürbiskernen, Amaranth, Quinoa, Mandeln und Trockenfrüchten beinhaltet.
4. Mangel an Q10
Q10 scheint auch eine tragende Rolle für die Gefäßaktivität und die Energiebereitstellung der Zellen in Zusammenhang mit einer Migräne zu spielen. Betroffene leiden häufiger an einem Q10 Mangel. Eine Gabe von 200 mg Q10 täglich, hat sich in der Praxis als positiv bewährt.
5. Überschuss an NoradrenalinEs wurden erhöhte Noradrenalin Werte kurz vor einer Migräneattacke festgestellt. Noradrenalin ist ebenfalls ein Neurotransmitter im Nervensystem, der die Bereitstellung von Energie im Körper anregt und die Reaktionskette der Stresshormone steuert. (5) Noradrenalin wird im Körper bei Stress, Flüssigkeitsmangel und bei Schwankungen im Blutzuckerspiegel ausgeschüttet. Dadurch können Migräneanfälle getriggert werden.
6. Hormonelle Störungen
Oft leiden Frauen vor ihrer Periode an Migränebeschwerden. Hier spielen die weiblichen Hormone Progesteron und Östrogen eine entscheidende Rolle. Interessant zu wissen ist, dass die Konzentration von Serotonin im Blut mit dem weiblichen Zyklus schwankt, da Östrogen den Serotoninspiegel beeinflusst. Sinkt der Östrogenspiegel ab, dann verändert sich ebenso der Serotoninspiegel. Diese Schwankungen können auch zu Migräneanfällen führen. Auch gibt es Hinweise darauf, dass die weiblichen Geschlechtshormone die Verarbeitung schmerzhafter Reize im Gehirn beeinflussen. Ein Sonderfall stellt hier die menstruelle Migräne dar. Sie tritt bei etwa 7% aller Migränepatientinnen auf und zwar zwischen zwei Tage vor bis zwei Tage nach Einsetzen der Regelblutung. (6) Insbesondere ein Progesteronmangel scheint in den Tagen vor dem Einsetzen der Regel eine zyklusbedingte Migräne zu begünstigen. Am besten führt man hier einen Speicheltest durch, um hormonelle Dysbalancen festzustellen. Genauso sollte auch eine Schilddrüsenunterfunktion ausgeschlossen werden. Diese kann Kopfschmerzen in unterschiedlicher Ausprägung mit sich bringen.
7. Starke Blutzuckerschwankunge
Neuere Studien zeigen, dass der Zuckerstoffwechsel eine tragende Rolle bei der Entstehung von Migräne spielen kann. (7) In den Studien wurden Zusammenhänge zwischen einer Insulinresistenz, hohen Blutzucker- und Insulinspiegeln sowie der Migräne festgestellt. Besonders starke Blutzuckerschwankungen nach dem Essen können daher Migräneanfälle auslösen. Jegliche Maßnahmen, die den Blutzuckerspiegel stabilisieren, sollten daher in der Therapie berücksichtigt werden. Feste Essenszeiten und eine regelmäßige Nahrungsaufnahme sind daher ratsam. Eine weitere Studie hat ebenfalls gezeigt, dass eine niedrig-glykämische Ernährungsweise Migräneanfälle vorbeugend verhindern kann. (8) Der glykämische Index / die glykämische Last beschreiben beide die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Bei der glykämischen Last wird im Gegensatz zum glykämischen Index noch der Wassergehalt des Lebensmittel berücksichtigt, weshalb die glykämische Last für die Anwendung in der Praxis tauglicher ist.