Wechseljahre und Histamin

Ein Beitrag von Heilpraktikerin Edda Federspiel

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Schon ab dem 40. Lebensjahr kann es zu ersten Veränderungen im weiblichen Zyklus kommen. Die fruchtbare Zeit der Frau geht zu Ende und die Eierstöcke stellen langsam ihre Tätigkeit ein. Es kommt immer seltener zum Eisprung und immer weniger Hormone werden gebildet. Der Körper produziert somit weniger Progesteron und weniger Östrogen, was zu kürzeren oder auch längeren Menstruationszyklen führen kann.

Zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr beginnt dann in der Regel die Phase der Umstellung, die bei manchen Frauen nur einige Monate dauert und wenig Beschwerden macht, aber bei anderen auch bis zu 10 Jahre und länger andauern kann. Die meisten Frauen erleben ihre Menopause, also ihre letzte Regelblutung, mit Anfang 50.

Herzrasen & HIT

Exkurs: Begriffserklärung

Verwirrend sind oft die vielen Begriffe rund um die Wechseljahre.

Klimakterium und Wechseljahre bezeichnen die hormonelle Umstellungsphase am Ende der fruchtbaren Lebensphase.

Menopause bezeichnet den Zeitpunkt der letzten Regelblutung im Leben einer Frau. Die Lebensphase kurz davor und kurz danach nennt man Perimenopause.

Die Postmenopause beginnt zwölf Monate nach der letzten Blutung (Menopause).

Symptome der Wechseljahre

Wenn die Progesteronbildung früher nachlässt als die Östrogenbildung, kann eine Östrogendominanz entstehen. Das Verhältnis zwischen Progesteron und Östrogen stimmt nicht mehr. Dieses Missverhältnis ist eines der Hauptursachen für viele Wechseljahrebeschwerden.

Etwa ein Drittel aller Frauen sind von sehr heftigen Symptomen betroffen, ein weiteres Drittel haben milde bis deutlich spürbare Symptome und das letzte Drittel hat wenig oder im besten Fall sogar gar keine Wechseljahresbeschwerden.

Typische Symptome sind:

  • Unregelmäßigkeiten im Zyklus (kürzer, länger, stärkere oder schwache Blutung)
  • Vasomotorische Störungen: Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Herzrasen, Blutdruckveränderungen u.a.
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Abnehmende Libido
  • Muskel- und Gelenkschmerzen, Osteoporose
  • Trockene Schleimhäute in der Scheide, Atemwegen, Blase (oft Blasenentzündung)
  • Trockene und dünne Haut
  • Schildddrüsenfunktionsstörungen
  • Harnträufeln (Beim Lachen oder Niesen)
  • Gebärmuttersenkdung
  • Haarausfall, Damenbart
  • Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, Gereiztheit
  • Gewichtszunahme v.a. im Bauchbereich

Die Wechseljahre und Histaminintoleranz

Ein Schlückchen Rotwein oder Sekt, eine kräftige Tomatensoße oder ein Stückchen Schokolade, oder einfach nur eine stressige Situation … und schon steigt glühende Hitze auf, das Gesicht und manchmal auch der gesamte Körper färben sich rot, Schweiß bricht aus, das Herz klopft wie wild…

So beschreiben viele Frauen die Zustände, die sie mit Beginn ihrer Wechseljahre mehr oder weniger oft erleben.

Sind das jetzt die typischen Wechseljahresbeschwerden oder spielt eventuell auch eine Histaminintoleranz eine Rolle dabei? Die Antwort: Es kann sowohl das Eine als auch das Andere sein, und wenn man richtig Pech hat, sogar beides, was eine Potenzierung der Symptome mit sich bringen kann.

Um das herauszufinden, sollte man eine Zeitlang histaminreiche Lebensmittel weglassen und beobachten, ob sich die Beschwerden verringern. Verringern sich die Symptome deutlich oder verschwinden sie sogar, ist man mit großer Wahrscheinlichkeit von einer Histaminose betroffen und sollte auf eine gesunde, frische Ernährung ohne histaminhaltige Nahrungsmittel umsteigen. Außerdem sollte man biogene Amine meiden.

Auch weitere Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen können eine Rolle spielen und sollten deshalb ebenfalls abgeklärt werden. Ein Ernährungstagebuch und eine Lebensmittelliste kann man sich bei Histaminikus unter der Rubrik Wissenswelt herunterladen. Außerdem kann man die Sighi-Liste ausdrucken.

Zeigt sich keine Verbesserung, wäre ein Hormonstatus bzw. entsprechende Speicheltests zur Klärung ratsam, ebenso eine Überprüfung der Schilddrüsenwerte auf Hashimoto oder eine Überfunktion.

Welche Rolle spielt dabei das Histamin?

Frauen, die vorher schon eine Histaminintoleranz hatten, können eine weitere Verstärkung ihrer Symptome in Kombination mit der Hormonumstellung erfahren. Wer vorher nicht von Histaminintoleranz betroffen war, kann durch den plötzlichen Östrogenüberschuss eine Histaminintoleranz entwickeln.

Wenn die Progesteronbildung schneller abnimmt als die Bildung des Östrogens, spricht man von einer Östrogendominanz. Es steht nicht mehr ausreichend Progesteron zur Verfügung, um ein optimales Hormongleichgewicht zu schaffen.

Zu viel Östrogen, vor allem das Estradiol, aktiviert die Mastzellen und fördert damit die Histaminfreisetzung, gleichzeitig schwächt es die Bildung von DAO, die für den Histaminabbau gebraucht wird. Es kommt also zu einem Überschuss an Östrogen, das von dem mangelnden Progesteron nicht mehr ausgeglichen werden kann. Dieser Mangelzustand, bzw. das Ungleichgewicht der Hormone, führt oft auch zu verstärktem Auftreten von Allergien. Zudem haben Östrogen und Progesteron, die natürliche Stimmungsaufheller sind, auch Rezeptoren im Gehirn, was erklärt, dass ein Ungleichgewicht zu Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und Depressionen führen kann.

Belastungen mit Schwermetallen, Glyphosat und anderen Giften, ständige Strahlenbelastungen durch WLAN und Handy, chronische Infektionen, tote Zähne oder Zahnherde, ein schlechter Lebensstil und viele andere Gründe können ebenso eine Rolle spielen und sollten bedacht werden, wenn sonst nichts hilft.

Aber es gibt Abhilfe!

  • Histaminarme Ernährung mit viel Frischkost; Alkohol, Kaffee meiden
  • Bioidentische Hormone, B. Progesteron, als Creme transdermal frei verkäuflich, als Tabletten verschreibungspflichtig
  • Phytotherapie: Johanniskraut, Baldrian, Hopfen, Rosenwurz zur Stimmungsaufhellung, Stressreduktion, zur Beruhigung und/oder für einen entspannten Schlaf (Passionsblume, wie in Histaminikus Guten Abend Tee)
  • Hormonell wirksame Pflanzen: Traubensilberkerze, Keuschlamm (Mönchspfeffer), Ashwagandha (wie in Histaminikus Stress lass nach), indischer Ginseng - nicht bei Östrogenmangel u.a.
  • Homöopathie: Konstitutionsmittel, Komplexmittel, Einzelmittel
  • Vital- und Mineralstoffe messen und ausgleichen
  • Darmcheck (Immunsystem, Allergien, Unverträglichkeiten, Reizdarmsyndrom u.a.) 
  • Stressbewältigung: Vagusübungen, Yoga (Hormonyoga), Atemübungen usw.

Weitere ärztliche Verordnungen, zum Beispiel:

  • Bioidentische Hormone, z.B. Progesteron
  • Konventionelle Hormonersatztherapie
  • Bei Trockenheit der Schleimhäute (Vagina, Darm, Augen, Gelenkschmiere) kann Östriol Creme helfen
  • Bei Libidoverlust durch Testosteronmangel DHEA als Creme u.a.

 

Laboruntersuchungen, die weiterhelfen können:  

In der Regel werden bei den Ärzten Hormonwerte nur im Blut gemessen. Hier am besten für einen Speicheltests nachfragen oder zu einem ganzheitlichen Therapeuten gehen bzw. die Tests selbst bei einem Labor bestellen.

 

  • Hormon Speicheltest B. Hormon-Profil Frau/Mann (Cortisol, DHEA, Progesteron, Testosteron, Östradiol)
  • Cortisol Tagesprofil Speichel
  • Cortisol-DHEA Tagesprofil Speichel
  • Melatonin Nachtspeichelprofil Speichel
  • Hormonstatus im Blut
  • Viele Einzelwerte im Blut

Die Auswahl der Laboruntersuchungen sollte nach Symptomen und einer Anamnese erfolgen. Um eine gezielte Therapie in die Wege zu leiten, sollte man sich einen erfahrenen Arzt/Therapeuten suchen (z.B. bei Heilpraktikerverbänden nachfragen) bzw. eine Beratung beim Labor geben lassen.

Generell sind folgende Laboruntersuchungen nützlich, um eine gute Voraussetzung für ein gesundes Altern zu schaffen und die Symptome der Wechseljahre gering zu halten:

  • Vollblutmineralanalyse
  • Vitaminstatus
  • Darmcheck
  • Allergie/Unverträglichkeitstest
  • Entgiftungsleistung

VON BETROFFENEN FÜR BETROFFENE

Wir sind Thomas und Michaela Zinser, Gründer von Histaminikus.

Wir haben Histaminikus gegründet, weil wir selbst von einer Histaminintoleranz betroffen sind. Michaela leidet schon seit Kindheitstagen an einer Histaminintoleranz. Doch erst im Alter von 35 Jahren wurde es bei ihr festgestellt. Und auch unser Sohn Tim ist leider davon betroffen. Der Frust, dass es damals keine geeigneten histaminarmen Lebensmittel gab, hat uns zu dem Entschluss gebracht, selbst histaminarme Lebensmittel zu entwickeln.

Wir möchten euch damit wieder ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Schaut euch doch auch mal auf unserer Website um. Wir haben für euch viele interessante Informationen zum Thema Histaminintoleranz. Melde dich auch gerne zum Newsletter an, damit du kein spannendes Thema mehr verpasst.

Herzliche Grüße
Thomas und Michaela

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