Wie Histamin das Gehirn beeinflusst
Wie Ängste, Panikattacken und Depressionen entstehen. Histamin beeinflusst deine Psyche und dein Gehirn und kann der Grund für „psychische“ Probleme sein.
Wie Ängste, Panikattacken und Depressionen entstehen. Histamin beeinflusst deine Psyche und dein Gehirn und kann der Grund für „psychische“ Probleme sein.
Histamin ist für unseren Wachzustand verantwortlich. Daher wundert es nicht sehr, dass erhöhte Histaminlevel nachts wachhalten und wir keinen Schlaf finden. Zu viel Histamin begünstigt Schlaflosigkeit und Schlafstörungen.
Hunger ist ein Überlebensmechanismus. Studien haben gezeigt, dass es einen interessanten Zusammenhang zwischen Histamin und dem Bedürfnis der Nahrungsaufnahme besteht. Hohe Histaminlevel steigern unseren Appetit und steuern somit unser Essverhalten. (5)
Histamin hat einen positiven Effekt auf unser Gedächtnis. Höhere Histaminlevel im Gehirn sollen sogar vor Alzheimer schützen. In einer Studie wurde festgestellt, dass H3-Antihistaminika die kognitiven Symptome von Alzheimer verschlimmern. Das histaminerge System wird als sehr vielversprechend angesehen, um kognitive Defizite zu verbessern. (7)
Histamin spielt eine entscheidende Rolle bei unserer Selbstmotivation und dem Belohnungssystem unseres Gehirns. In einer Studie wurde getestet, wie Frauen auf 30 Minuten Sport reagieren. Die Ergebnisse zeigten, dass aufgrund des steigenden Histaminlevels die Selbstmotivation sowie die Motivation, die Aufgabe zu Ende zu führen, stark anstiegen. (4) Histamin beflügelt uns also, Aufgaben zu Ende zu bringen.
Histamin selbst ist ein wichtiger Neurotransmitter, der andere Neurotransmitter beeinflusst, wie z.B. Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Acetylcholin. Alle teilen sich denselben H3 Rezeptor. Histamin arbeitet auch eng mit unseren Gute-Stimmungs-Neurotransmittern wie GABA, Dopamin und Serotonin zusammen. Ein hohes Entzündungslevel (das durch Histamin entstehen kann) kann die Produktion dieser Neurotransmitter verhindern. Histamin hat damit also eine große Wirkung im Hinblick auf neuropsychiatrische Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie und sogar ADHS. (6,3)
Wird in unserem Körper eine Stressreaktion ausgelöst, dann leiden manche Betroffene unter Juckreiz. (8) Juckreiz ist ein sehr bekanntes histaminbedingtes Allergiesymptom. Doch Stress selbst verursacht keinen Juckreiz, sondern der Chemiecocktail, der bei einer Stressreaktion in deinem Blut freigesetzt wird. Stress erhöht die Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen und verursacht somit lästige Symptome wie z.B. Juckreiz. Die Anzahl der Mastzellen fluktuiert mit Stress und verschiedenen Verhaltensweisen. Dies deutetet darauf hin, dass Mastzellen in der Lage sind, die neuralen Systeme zu beeinflussen, die für Stress und unser Verhalten verantwortlich sind. (9)
Neurotransmitter spielen eine wichtige Rolle bei dem Auslösen und dem Dämpfen von Ängsten. Erregende Neurotransmitter sind z.B. Acetylcholin, Noradreanlin, Adrenalin, Serotonin, Dopamin und Histamin. Unter dem Punkt Neutrotransmitter-Regulation haben wir bereits gelernt, das Histamin all diese Neurotransmitter beeinflusst. Anhand dieser Information können wir nun auch verstehen, dass Ängste und Panikattacken aus dem Nichts heraus entstehen können.
In einer Studie wurde erforscht, dass asthmatische Reaktionen, Allergie -und Unverträglichkeitsreaktionen die Aktivität der Mastzellen im Gehirn erhöhen, die Ausschüttung von Histamin triggern und Angstverhalten auslösen. Es wurde auch festgestellt, dass dadurch die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse aktiviert wird. (9) Und genau im Hypothalamus bildet das Gehirn sein eigenes Histamin. Die Studie beweist, dass es eine direkte Verbindung zwischen den Mastzellen (Immunzellen, die Histamin ausschütten) im Gehirn und Ängsten und Panikattacken gibt. Mastzellen können das Signalmilieu im Gehirn verändern und so unser Verhalten beeinflussen.
Eine weitere Studie hat gezeigt, dass Entzündungen im Gehirn ebenso mit Ängsten in Verbindung gebracht werden. Dazu muss man wissen, dass bei der Ausschüttung von Histamin, Entzündungen als eine Immunreaktion ausgelöst werden.
Weitere Regulationsprozesse von Histamin sind: • Freisetzung von Adrenalin im Nebennierenmark • Suchtverhalten • Schmerzempfinden • Emotionen • Sexualverhalten
Die Aktivierung dieses Rezeptors durch Histamin erklärt auch, warum Schlafstörungen ein häufiges Symptom einer Histaminintoleranz sind und warum einige Antihistaminika einen sedierenden Effekt haben, wenn Sie diesen Rezeptor blockieren.
Antihistaminika, die diesen Rezeptor blockieren, können unser Schmerzempfinden verändern. Alkohol und Drogen beeinträchtigen die Histaminaktivität in diesem Rezeptor. Zwischenzeitlich wurde festgestellt, dass auch Krankheiten wie Bulimie und Anorexie in Zusammenhang mit den Auswirkungen von Histamin auf das Belohnungssystems unseres Gehirns stehen.
Der H3-Rezeptor hemmt auf der anderen Seite die Ausschüttung von Histamin. Dieser Rezeptor ist auch dafür verantwortlich, die Ausschüttung anderer Neurotransmitter im Gehirn zu regulieren. Experten sehen Medikamente, die den H3-Rezeptor stimulieren, als eine vielversprechende Lösung, um die Histaminausschüttung im Gehirn zu regulieren.
Der Histaminabbau im Gehirn findet nicht über die DAO statt. Diese baut im Darm über die Nahrung aufgenommenes Histamin ab. Im Gehirn ist das Enzym HNMT für den Abbau von Histamin verantwortlich. Leider existieren über dieses Enzym noch nicht viele Forschungen und so bleibt es immer noch ein gewisses Mysterium.
(1) www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11488666
(2) https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0166432816304168
(3). https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/B9780128141809000132
(4) https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0031938415301463
(5) https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-319-40308-3_15
(6) https://www.ingentaconnect.com/content/ben/cpd/2015/00000021/00000026/art00007
(7) https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0028390815001884?via%3Dihub
(8) https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/ijd.12864
(9) www.pnas.org/content/105/46/18053
(10) C. C. Pfeiffer, Nutrition and Mental Illness. Rochester, Vermont: Healing Arts Press, 1987.
(11) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26100750
(12) https://mthfrsupport.com.au/2016/09/histamine-and-mental-health/
(13) https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/13590840120103094
(14) Empfehlungen nach Dr. Carl Pfeiffer und Heilpraktikerin Kyra Kaufmann (Kyra Kaufman hat als eine von sehr wenigen zertifizierten Therapeuten in Deutschland eine Ausbildung bei Dr. William Walsh absolviert, der als Pionier der orthomolekularen Gehirnforschung wegweisende Erkenntnisse über die Zusammenhänge psychischer Erkrankungen mit Nährstoffmängeln und Histamin-/Methylierungsstörungen geliefert hat.)
Wir müssen darauf hinweisen, dass alle Information sich auf althergebrachtes Wissen, Studien sowie Meinungen und Erfahrungen von Therapeuten und Literatur beziehen. Unser Beitrag kann in keinster Weise die medizinische Heilbehandlung durch Diagnose und Therapie eines Arztes ersetzen. Auch eine heilende Versprechung können wir nicht geben. Es geht in erster Linie um die Weitergabe von Informationen. Bei ernsthaften Erkrankungen, nicht erklärlichen Beschwerden und Unsicherheit sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Die Anwendung der genannten Behandlungsmethoden erfolgt auf eigene Gefahren!
Wir müssen darauf hinweisen, dass alle Information zu Behandlungsmethoden, Nährstoffen und Vitaminen und deren Wirkung sich auf althergebrachtes Wissen, Studien sowie Meinungen und Erfahrungen von Therapeuten und Literatur beziehen. Unser Beitrag kann in keinster Weise die medizinische Heilbehandlung durch Diagnose und Therapie eines Arztes ersetzen. Auch eine heilende Versprechung können wir nicht geben. Es geht in erster Linie um die Weitergabe von Informationen. Bei ernsthaften Erkrankungen, nicht erklärlichen Beschwerden und Unsicherheit sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Die Anwendung der genannten Nährstoffe oder Therapieformen erfolgt auf eigene Gefahren. Jeder muss für sich entscheiden, was und ob er es zu sich nimmt!