Effektives Stressmanagement
1. FORSCHEN SIE NACH DEN URSACHEN FÜR PHYSIOLOGISCHEN STRESS
Tun Sie Dinge, die Sie gar nicht tun wollen? Verhalten Sie sich so, wie Sie sich gar nicht verhalten wollen? Oder denken und fühlen Sie so, wie Sie sicher nicht denken oder fühlen wollen? Vielleicht haben Sie auch Angst in Situationen, in denen Sie eigentlich gar keine Angst haben müssten. Wenn dies der Fall ist, dann steckt oft eine unbewusste Erinnerung dahinter, die den reaktiven Verstand aktiviert. Es handelt sich hierbei um eine Überreaktion der Psyche, die jedes logische Denken ausschaltet. Die Psyche hat die Angewohnheit, uns vor schmerzlichen Situationen zu schützen, weil sie glaubt, dass sie große Gefahr für uns bedeuten. Bei jeder Situation, die auch nur im Entferntesten an ein zurückliegendes schmerzliches Ereignis erinnert - dabei kann dieses Ereignis aus heutiger Sicht total banal für Sie sein - sorgt die Psyche dafür, dass der Körper in den Kampf-oder-Flucht-Modus umschaltet. Diese Stressreaktion kann z.B. durch ein klingelndes Telefon, einen Abgabetermin, einen Chef, ein Familienmitglied oder alle möglichen anderen nicht lebensbedrohlichen Situationen ausgelöst werden. Forschen Sie also nach bewussten und unbewussten Erinnerungen, die Sie in den Kampf-oder-Flucht-Modus versetzen und somit den Stress-Histamin-Kreislauf auslösen. Aber auch negative Emotionen wie ungelöste Konflikte, Streit, Angst, Wut, Unvergebenheit, Schuld usw. sind ein Trigger für physiologischen Stress und können durch die Freisetzung von Histamin in den Mastzellen zum Stress-Histamin-Kreislauf führen. Allerdings können sie die Situation auch umkehren, also zu mehr Wohlbefinden führen. Damit das passieren kann, müssen die negativen Emotionen erkannt werden und bearbeitet werden.
2. SETZEN SIE GRENZEN
Grenzenlos zu leben, führt oft dazu, dass man selbst irgendwann extrem unzufrieden und total erschöpft ist. Wenn Sie immer wieder über Ihre Grenzen hinausgehen, löst dies Stress im Körper aus. Gehören Sie zu den Personen, die schlecht Nein sagen können oder sich ständig ausnutzen lassen? Ärgern Sie sich oft darüber, dass keiner Ihre Grenzen akzeptiert oder fragt, wie Sie sich eigentlich fühlen? Laden Ihre Freunde immer nur ihren eigenen Ballast bei Ihnen ab und Sie kommen gar nicht zu Wort? Oder muten Sie sich am Tag viel mehr zu als sie eigentlich bewältigen können? Wenn Sie eine dieser Fragen mit Ja beantworten können, dann haben Sie wahrscheinlich ein Grenzen-Problem. Nehmen Sie sich also etwas Zeit und fangen Sie an, sich Ihre eigenen Grenzen aufzuschreiben. Stellen Sie sich die Fragen: WILL ich das? Will ICH das? Will ich DAS? Wenn Sie dies getan haben, dann kommunizieren Sie Ihre Grenzen nach Außen und setzen sie sie durch. Dies wird am Anfang schwierig sein und vielleicht auch alles von Ihnen abverlangen, aber glauben Sie mir, es wird Ihnen viel besser gehen, wenn Sie klar und deutlich eigene Grenzen setzen.
3. INTEGRIEREN SIE ENTSPANNUNGSÜBUNGEN IN IHREN ALLTAG
Entspannungsübungen, Meditation oder Yoga können eine gute Hilfe sein, Stress abzubauen. Ich selbst helfe mir in stressigen Situationen mit folgender Entspannungsübung (6):
- Als erstes definieren Sie, welche Situation Ihnen Stress macht
- Schätzen Sie nun auf einer Skala von 0 – 10 ein, wie stressig diese Situation für Sie ist, dabei ist 10 der höchste Wert.
- Nehmen Sie nun eine entspanne Position ein und legen Sie die Handflächen bequem aufeinander.
- Atmen Sie jetzt tief und kräftig in den Bauchraum ein und wieder aus. Wiederholen Sie diese Übung mindestens 10 Sekunden lang. Sollte Ihnen schwindlig werden, dann atmen Sie etwas langsamer.
- Während Sie atmen, stellen Sie sich vor, wie sich die stressige Situation auflöst, bzw. wie der Stress Ihren Körper verlässt.
- Nach 10 Sekunden schätzten Sie erneut Ihre stressige Situation auf der Skala von 0-10 ein. Führen Sie die Atemübung so lange durch, bis Sie Ihr Problem nur noch mit einer 2 oder 3 bewerten.
4. NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL:
Magnesium: Dieses Mineral ist an der Reizüberleitung zwischen Nerven und Muskeln beteiligt und trägt somit zum Ausgleich des Nervensystems bei. Außerdem sorgt Magnesium für eine normale psychische Funktion und verringert Müdigkeit und Ermüdung. Ein ausgewogener Magnesiumspiegel hilft also Stress abzubauen.Zink: Dieses Spurenelement schützt unsere Zellen vor oxidativem Stress und stärkt das Immunsystem. Zink hemmt - wie Vitamin C - ebenfalls die Freisetzung von Histamin.Vitamin B6, B12: Die B-Vitamine tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems sowie der Psyche bei. Darüber hinaus reguliert B6 die Hormontätigkeit und verringert Müdigkeit und Ermüdung. Vitamin B6 wird zur Synthese der DAO benötigt und ist somit auch am Abbauprozess von Histamin beteiligt.Ashwaghanda: Die krautige Pflanze zählt zu den Nachtschattengewächsen und aufgrund ihrer stressreduzierenden Eigenschaften zu den sogenannten Adaptogenen. Ashwagandha reduziert Stress, fördert guten Schlaf, wirkt entzündungshemmend und antioxidativ. Es wirkt ausgleichend auf die Hormonproduktion und verbessert Kraft sowie Ausdauer.L-Tryptophan: Die essenzielle Aminosäure L-Tryptophan wirkt Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen entgegen. Die Aminosäure ist an der Synthese von Serotonin (Glückshormon) beteiligt. Serotonin ist für unser Wohlbefinden verantwortlich und sorgt für gute Laune. Ein Mangel an L-Tryptophan kann Schlafstörungen, Müdigkeit, Depressionen und Stimmungsschwankungen auslösen.