... selbst einfache Tätigkeiten wie Einkaufen, Liftfahren oder Zugfahren wurden zu großen Herausforderungen. Stand ich beispielsweise an einer Supermarktkasse, umgeben von Menschen, überkam mich plötzlich die Angst. Mein Herz begann zu rasen, und ich versuchte, ruhig zu atmen, aber die Panik war stärker. Ich entwickelte Todesangst und geriet in den Fluchtmodus, sodass ich den Einkaufskorb stehen lassen und den Laden verlassen musste. Diese intensiven Ängste auszuhalten, war äußerst belastend.
Verbreitung und Symptome von Panikattacken
Panikattacken sind weit verbreitet. Man geht davon aus, dass jeder fünfte Schweizer und jeder vierte Deutsche von einer Angststörung betroffen ist. Eine Panikattacke kann plötzlich und ohne Vorwarnung auftreten, ausgelöst durch bestimmte Orte, Reize oder körperliche Empfindungen. Diese Attacken führen zu rasender Angst und körperlichen Symptomen wie Schweißausbrüchen, Zittern, Herzrasen, Atemnot und Todesangst. Befürchtungen einer Katastrophe bahnen sich an, und man denkt: „Ich werde sterben“. Der Körper schüttet dabei Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin aus, bereitet uns auf eine Notsituation vor, was den Kampf-oder-Flucht-Mechanismus aktiviert.
Die unerwartete Ursache meiner Panikattacken
Trotz zahlreicher Therapien und Medikamente blieb der eigentliche Auslöser meiner Panikattacken lange ein Rätsel. Bis ein Arzt eine bahnbrechende Entdeckung machte. Er schaute nicht nur isoliert das Problem der Panikattacken an, sondern meinen ganzen Körper und meine gesamte Krankheitsgeschichte. Er machte verschiedene Tests und fand heraus: Ich leide unter Histaminintoleranz und Glutensensitivität! Diese Unverträglichkeiten waren die wahren Auslöser meiner Panikattacken.
Die Rolle von Histaminintoleranz und Glutensensitivität
Schwere Medikamente in meiner frühen Kindheit, wie Antibiotika gegen Lungenentzündung, sowie genetische Veranlagungen brachten verschiedene Prozesse in meinem Körper aus dem Gleichgewicht. Dies führte zu einer Histaminintoleranz und später auch Glutensensitivität. Im Teenageralter kamen Bauchschmerzen, unspezifische Allergien und Asthma hinzu. Die Symptome wurden isoliert behandelt, was die Situation verschlimmerte. Schließlich führte ein geschädigter Darm (Leaky-Gut-Syndrom) dazu, dass unerwünschte Stoffe ins Gehirn gelangten und dort Angstzustände oder Depressionen verursachten.Mit der Diagnose Histaminintoleranz und Glutensensitivität fand ich endlich eine Antwort auf meine Panikattacken und die zahlreichen Arztbesuche in meinem Leben.
👉🏼 Was ist Glutensensitivität?
Bei der Glutensensitivität besteht eine Überempfindlichkeit gegen Gluten. Die Symptome sind Bauchschmerzen, Durchfall, Hautausschläge, Reizdarm, Angststörungen und Depressionen.
Die Veränderung meines Lebens
Für mich war es DIE Erkenntnis: Panikattacken müssen nicht ausschließlich psychische Ursachen haben und folglich nur psychologisch behandelt werden. Sie können auch das Ergebnis eines Dominoeffekts unentdeckter Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein.Nach der schockierenden Diagnose stand meine Welt Kopf. Ich wusste, dass ich meine Ernährung radikal ändern musste. Die Umstellung war schwierig, aber notwendig. In den ersten Tagen hielt ich mich mit Reis, Äpfeln und Gurken über Wasser. Ich stellte fest, dass ich nicht alleine war. Vielen anderen geht es genauso, wenn sie ihre Ernährung wegen einer Unverträglichkeit umstellen müssen.
Der Weg zur Besserung
Was mich am meisten überraschte, war das Fehlen kombinierter Informationen. Kein Buch, keine Rezepte, keine Listen, die sowohl Histamin- als auch Glutenunverträglichkeit berücksichtigten. Also erstellte ich meine eigenen Listen, fand passende Rezepte und entdeckte neue Einkaufsquellen. Schritt für Schritt lernte ich, wie ich beides in meiner Ernährung vereinen konnte.Seit meiner Ernährungsumstellung auf histaminarm und glutenfrei habe ich keine Panikattacke mehr erlebt! Diese Reise war nicht einfach, aber sie war es wert. Was als Schock begann, wurde zu meinem Ende der Panikattacken.
Mein Dank an Histaminikus
Histaminikus.de war für mich zu Beginn meiner Diagnose eine unschätzbare Informations- und Aufmunterungsquelle zum Thema Histaminintoleranz. Auch für Bestellungen in die Schweiz war sie eine wertvolle Ressource. Ich möchte Euch herzlich für die wertvollen Informationen danken, die mir in dieser Zeit eine große Hilfe waren.