Januar-Blues mit Histaminintoleranz
Hast du dich schon einmal gefragt, warum sich Stress und Stimmung immer gegenseitig hochschaukeln können? In deinem Körper gibt es einen richtig engen Draht zwischen Stress und Histamin. Wenn du im Dezember vielleicht jede freie Minute für Geschenke, Kochen und Termine eingeplant hast, war deine innere Alarmglocke ständig an. Vielleicht hast du über die Feiertage auch öfter mal mehr histaminhaltige Mahlzeiten zu dir genommen. So ein Dauerstress lässt den Körper in einen „Notfall-Modus“ schalten. Dabei wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet und dein Immunsystem aktiviert. Die Folge: Deine Mastzellen – eine Art „Alarmzellen“ im Körper – schütten vermehrt Histamin aus. Das Histamin sorgt dafür, dass dein Herz schneller schlägt und deine Blutgefäße sich weiten.
Kurzfristig hilft das, weil dein Körper so „wachsam“ bleibt. Langfristig kann es aber kontraproduktiv werden: Immer wieder neuer Stress hält diesen Alarmzustand aufrecht und sorgt für mehr Histaminausschüttung und mehr Stress. Ein Teufelskreis entsteht: Du bist gestresst und wirst noch gestresster. Dabei kann selbst ganz normale Rückkehr in den Januar-Alltag so wirken, als sei ständig Alarm. In diesem Zustand kann dein Körper gar nicht so leicht zur Ruhe kommen. Stattdessen bleibt er im Alarmmodus, weil ständig neue Kleinigkeiten (Erinnerungen, Kalender, Verpflichtungen) anstehen.
Da ist es kein Wunder, dass sich die Psyche belastet fühlt: Denn Histamin wirkt im Gehirn wie ein zusätzlicher Reiz. Je mehr Histamin im Körper zirkuliert, desto schneller reagierst du gereizt oder panisch. Studien zeigen, dass bei Stress oft das Histamin steigt und umgekehrt. Bleibt der Histaminspiegel erhöht, kann das Ängste, depressive Verstimmungen und innere Unruhe fördern.
Ein zu hoher Histaminspiegel kann sich durch seine Wirkung im Gehirn auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Histamin hält wach – deshalb können erhöhte Werte vor allem abends das Einschlafen erschweren oder für unruhigen Schlaf sorgen. Auch Konzentration und Denkfähigkeit leiden häufig, viele Betroffene berichten von einem „vernebelten Kopf“. Zusätzlich beeinflusst Histamin Appetit und Verdauung und kann Heißhunger begünstigen. Eng verknüpft ist Histamin außerdem mit anderen Botenstoffen wie Serotonin und Dopamin, die für Stimmung, Motivation und innere Ausgeglichenheit wichtig sind. Ist hier das Gleichgewicht gestört, kann sich das deutlich auf die Stimmung auswirken. Wird Histamin chronisch zu viel, können auch psychische Symptome auftreten. Dazu zählen innere Unruhe, Reizbarkeit, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Grübeln oder sogar Ängste und Panikattacken. Diese Beschwerden werden häufig rein psychisch eingeordnet, obwohl sie ihren Ursprung im Stoffwechsel haben können.
Nach all den Aufregungen im Dezember bleibt nicht nur beim Weihnachtsstress etwas hängen – sondern auch beim Histamin. Vielleicht hast du an den Festtagen ungewöhnlich viele histaminreiche Lebensmittel gegessen. Das bedeutet: Dein Körper muss nacharbeiten. Wenn dann auch noch weniger Licht und gute Stimmungshormone da sind, hast du gleich mehrere Ungunstfaktoren. Aus Histamin-Sicht sind die Feiertage also oft eine doppelte Belastung. Zudem sind nach den Feiertagen viele Verpflichtungen und Erwartungen da: Prüfungen, Jobprojekte, Diäten, Fitnessziele. Erinnere dich: Zu viele Vorsätze können dich schnell überfordern. Jeder kleine Rückschlag kann das Gefühl geben, etwas nicht geschafft zu haben.