Von anderen Viruserkrankungen wissen wir bereits, dass sie Erschöpfungszustände auslösen können. Eine entscheidende Rolle spielen hier Entzündungsreaktionen. Auch das Corona-Virus löst eine Autoimmunreaktion aus, die über die eigentliche Erkrankung hinaus anhalten kann. Dies führt zu übermäßigen Entzündungsreaktionen mit Überaktivierung der Mastzellen und vermehrter Zytokin- und Histaminausschüttung. Auf diese Weise kann also eine Histaminintoleranz oder auch ein Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) ausgelöst werden oder entstehen.
Die Ursachen von Long Covid
Über die Ursachen wird derzeit noch viel geforscht, denn es ist momentan noch nicht viel darüber bekannt. Ein Ansatz ist, dass Long Covid ein MCAS ist, das durch die Infektion oder die Impfung eskaliert ist. Aber auch die Reaktivierung einer latenten Epstein-Barr-Virus-Infektion, das Verbleiben von Virusresten im Körper oder kleinere Schäden an den Organen bzw. Durchblutungsstörungen, ausgelöst durch das Spike-Protein können weitere Ursachen sein. In unserem Beitrag möchten wir die Ursache des MCAS näher beleuchten
Was ist ein MCAS
Das Mastzell-Aktivierungssyndrom (MCAS) ist eine chronische Multisystemerkrankung mit entzündlichen und allergischen Komponenten, die in Deutschland bei 17 % der Bevölkerung verbreitet ist (Molderings et al., 2013).
Beim MCAS sind die Mastzellen krankhaft verändert. Mastzellen sind Zellen der Immunabwehr und helfen eine Infektion zu bekämpfen. Sie reagieren als erstes auf eine Bedrohung von außen und schütten zahlreiche verschiedene Stoffe aus. Dabei erzeugen sie Entzündungsherde, um das Immunsystem in Gang zu setzen. Eigentlich eine sehr gute und lebensnotwendige Sache. Doch beim MCAS reagieren die Mastzellen hypersensibel auf jegliche Reize und schütten unkontrolliert und chaotisch viel zu viel Histamin und weitere Entzündungsmediatoren aus. Die Mastzellen werden dabei durch Umweltfaktoren, Allergene, Lebensmitteln, Infektionen, diverse Medikamente, Alkohol sowie körperlicher Anstrengung und Stress getriggert. Dies führt zu einer Vielzahl an Symptomen, wobei es kein einheitliches Beschwerdebild gibt. Die Symptome können einer Allergie, einer Lebens¬mittel¬vergiftung oder einer Erkältung gleichen. Leitsymptome eines MCAS sind Urtikaria (Nesselsucht), Magen-Darm-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen, starkes PMS, Schlafstörungen, Panikattacken oder auch Herz-Rhythmus-Störungen.
Meist tritt eine Kombination der genannten Symptome auf und Betroffene haben das Gefühl, dass der ganze Körper nicht mehr richtig zu funktionieren scheint. Die Symptome gleichen oft denen einer Histaminintoleranz. Leider ist die Verbreitung und die Bedeutung von MCAS (wie auch die der Histaminintoleranz) bei vielen Ärzten kaum bekannt und wird daher nur schlecht diagnostiziert. Oft geht ein Mastzell-Aktivierungssyndrom auch mit einer Histaminintoleranz einher. Durch die Mastzellen wird bereits so viel Histamin freigesetzt, dass zusätzliches Histamin, das über die Nahrung aufgenommen oder freigesetzt wird, problematisch sein kann. Bestimmte Lebensmittel können bereits vorhandene Symptome verstärken oder aber das Histaminfass zum Überlaufen bringen. Im Gegenzug können Symptome durch eine histaminarme Ernährung oft gelindert werden.