Die Rolle des Vagusnervs
Der Magen-Darm-Trakt und das Gehirn stehen in ständigem Austausch, man spricht hier auch von der Darm-Hirn-Achse. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Vagusnerv. Unter anderem wird so das Sättigungsgefühl und der Blutzuckerspiegel während der Nahrungsaufnahme reguliert. Forschende des Kölner Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung, des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD der Universität zu Köln und der Uniklinik Köln haben die Aufgabenverteilung der Nervenzellen im Vagusnerv genauer untersucht und festgestellt, dass, obwohl die Nervenzellen aus derselben Schaltzentrale stammen, sie unterschiedliche Regionen im Körper ansteuern und dabei gegensätzliche Funktionen bei der Regulation des Sättigungsgefühls und des Blutzuckerspiegels übernehmen. Manche dieser Nervenzellen reagieren auf mechanische Reize der Organe, wie die Ausdehnung des Magens, während andere chemische Signale, also Substanzen aus unserer Nahrung, wahrnehmen. So erkennen unsere Organe nicht nur, wieviel wir essen und wann wir satt sind, sondern auch, was wir essen. Dies ist einer der Gründe, warum es ratsam ist, dass du dich beim Essen nicht von äußeren Einflüssen ablenken lässt. Wenn du beispielsweise während dem Essen am Handy bist oder Zeitung liest, kann sich dein Körper nicht richtig auf die Verdauung fokussieren. Unter Umständen werden dann sogar weniger Verdauungssäfte produziert und dein Verdauungssystem ist nicht ausreichend auf die Nahrungsaufnahme vorbereitet. Ähnlich verhält es sich, wenn du unter Stress isst. Des Weiteren kann durch einen chronisch aktivierten Sympathikus auch Bluthochdruck ausgelöst werden. Auf lange Sicht kann das Risiko für Schlaganfälle, Herzschwäche und Nierenversagen erhöht werden. Oft bleibt Bluthochdruck lange unbemerkt oder wird ignoriert. Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Schwitzen und Herzrasen werden häufig nicht ernst genommen oder auf Alltagsstress zurückgeführt. Die häufigste Behandlungsmethode sind Medikamente. Doch es gibt auch alternative Ansätze: Ausdauersport, Yoga und Spaziergänge können ebenfalls wirksam sein. Diese Aktivitäten helfen, das durch den stressigen Alltag belastete Nervensystem und Vagusnerv zu beruhigen und den Blutdruck auf natürliche Weise zu senken. Dennoch sollte dies durch deinen Hausarzt überprüft werden, um andere potentielle Erkrankungen auszuschließen.Wie du siehst, spielt für deinen Vagusnerv dein Stresslevel eine sehr große Rolle. Für deine allgemeine Gesundheit ist es deshalb sinnvoll, wenn du regelmäßig für einen Ausgleich zwischen Sympathikus und Parasympathikus sorgst. Denn wenn nur das System des Sympathikus ständig unter Strom steht, kommt der Körper in eine Überforderung. Viele Menschen sind heutzutage vorwiegend im Stressmodus - die Entspannung kommt zu kurz. Es bleibt keine Zeit für den Abbau der Stresshormone, das kann den Körper auf Dauer schädigen. Laut der Seuchenschutzbehörde in Atlanta entstehen 90% aller Krankheiten aufgrund von Stress. Eine Forschungsarbeit von Dr. Lipton (Stanford University) erhöht diese Anzahl nochmals auf 95%. Die restlichen 5% sind genetisch veranlagt. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Studien, die belegen, dass Krankheit eine Erscheinungsform von dauerhaftem Stress ist.Kein Wunder also, dass Stress der Histamintrigger Nummer 1 ist. Bei Stress schüttet der Körper das Hormon Cortisol aus, das das Nervensystem (hauptsächlich den Sympathikus) aktiviert und den Körper in den „Kampf-oder-Flucht“-Modus versetzt. In diesem Zustand schaltet der Körper auf Energiesparmodus um, wodurch alle nicht unmittelbar überlebenswichtigen Funktionen wie Verdauung und Zellreparatur eingestellt werden, beispielsweise auch unsere Verdauung und Entgiftung. Gleichzeitig werden Neurotransmitter wie Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt, um den Körper in Alarmbereitschaft zu halten und das Immunsystem zu aktivieren. Das Immunsystem reagiert auf den Alarmzustand, indem es Mastzellen triggert, die Histamin freisetzen. Histamin unterstützt das Immunsystem, erhöht den Puls und weitet die Blutgefäße, was den Körper weiterhin im Alarmzustand hält. Mit einer Histaminintoleranz führt dies unweigerlich zu einem Teufelskreis aus noch mehr Stress und noch mehr Histaminausschüttung.